Bewegungsstiftung

Anfangen, loslaufen, vernetzen!

Bericht vom Vermögendenseminar "Money Stories - die Geschichte mit dem Geld"

Wie kann ich als vermögender Mensch sozialen Wandel anstoßen? Wie finde ich mein Thema? Wie offen gehe ich mit meinem Reichtum in meinem persönlichem Umfeld um? Das waren die Fragen, über die sich 15 Teilnehmende beim Vermögendenseminar der Bewegungsstiftung am 13. September in Hannover ausgetauscht haben. Angemeldet hatten sich Menschen, die geerbt hatten oder zukünftig erben werden. Einige Stifter*innen der Bewegungsstiftung waren darunter, aber auch Menschen, die zuvor noch nie Kontakt zur Stiftung hatten.

Dass der Bedarf für einen solchen Austausch groß ist, wurde schon bei der Anfangsrunde deutlich: „Es gibt so wenig Gelegenheiten, offen über Geld zu spreche. Deswegen bin ich hier“, erklärte eine Teilnehmende. Und eine andere ergänzte: „Was bedeutet es, zu erben? Was macht das mit einem? Das kann man nicht mit jemanden besprechen, der nicht in der gleichen Situation ist. Es ist nach wie vor ein Tabu, über solche Themen öffentlich zu sprechen.“

Im Anschluss gaben zwei Personen Auskunft, die ihren Weg schon gefunden hatten. Christoph Bautz, Gründungsstifter der Bewegungsstiftung und Geschäftsführer des Kampagnennetzwerks Campact in Verden, und Ise Bosch, Spendenaktivistin, Erbin und Enkelin des Unternehmers Robert Bosch.

Christoph Bautz berichtete, wie er vor 20 Jahren mit Freunden zusammen die Bewegungsstiftung gründete, um die Arbeit von sozialen Bewegungen zu unterstützen. Dabei stellte er fest, dass die Mitarbeit in der Stiftung für viele der erste Kontakt mit anderen Vermögenden außerhalb der eigenen Familie war und gleichzeitig Empowerment bedeutete. „Viele haben in der Bewegungsstiftung einen Ort gefunden, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen. Vielen haben hier auch ihren Weg gefunden, strategisch und verantwortlich mit ihrem Vermögen umzugehen.“

Aus seiner eigenen Lebensgeschichte stellte Christoph einige Möglichkeiten vor. Zum Beispiel könne man sein Vermögen ethisch-nachhaltig anlegen und dabei nicht nur auf Rentabilität, Liquidität und Sicherheit achten, sondern auch auf das politische Veränderungspotential: Wo macht meine Investition einen Unterschied? Wo ermögliche ich ein ökologisch arbeitendes Unternehmen oder ein alternatives Wohnprojekt, das es sonst nicht geben würde?

Weitere Möglichkeiten seien, Arbeitszeit und Geld zu spenden, Darlehen zu geben, sich bei Investitionen oder Spenden mit anderen Vermögenden zusammenzuschließen oder als vermögende Person in die Öffentlichkeit zu gehen.

Wichtig sei, dabei immer wieder die eigene Machtposition als Vermögender kritisch zu hinterfragen und Klarheit über die eigene Rolle zu gewinnen. Und eine wichtige Regel für ihn laute: Change statt Charity. Also nicht Pflaster auf Probleme kleben, sondern diese an der Wurzel angehen, indem man etwa Protestbewegungen fördert, die für politischen Wandel streiten. Wobei er selbst nicht immer widerspruchsfrei handle, erklärte Christoph Bautz. „ Ich habe auch schon die Pflanzung einer Streuobstwiese unterstützt, obwohl der Hebel der Veränderung bei einer Kampagne zur Änderung der EU-Agrarpolitik sicher größer gewesen wäre. Aber es ist einfach toll, auch mal was Konkretes zu unterstützen und zu sehen, dass sich dort der Gartenrotschwanz wieder ansiedelt.“

Ise Bosch sieht durchaus Positives in Charity, im Herzens-Aspekt. „Ich bin eine Freundin von sowohl als auch und halte es sogar für unsere Verantwortung, Freude beim Spenden zu haben. Sonst halten wir das, was wir machen, nicht lange genug durch.“ Die Philanthropin hat die Frauenstiftung filia mitgegründet und ist Gründerin und Geschäftsführerin der Dreilinden gGmbH in Hamburg, die sich für die Rechte von lesbischen, bi-, trans* und Inter-Menschen, Frauen und Mädchen einsetzt.

„Ich habe den Bedarf und die Not in diesem Bereich gesehen und so mein Thema gefunden“, berichtete Ise Bosch. Für sie bedeute Philanthropie, sich voll einzubringen in ein Thema und die gemeinsamen Ziele. „Wir Geldgeber*innen müssen auf Augenhöhe kommen mit den Aktivist*innen. Es ist wichtig, in ein Thema reinzuwachsen, zu lernen, zu reisen und Wissen zu sammeln.“ Der Vorteil dabei: Wer tief in ein Feld einsteige, kenne auch dessen Untiefen und begegne den Geldempfänger*innen mit einer wertschätzenden Haltung.

In Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmenden im Anschluss über das Gehörte und ihre eigenen Fragen aus und sammelten ihre Erkenntnisse auf Moderationskarten. Eine davon brachte die Ergebnisse des Nachmittags folgendermaßen auf den Punkt: Anfangen, loslaufen, vernetzen!

Der zweite Teil des Seminars am 15. November setzt den Schwerpunkt auf Erbe und Vermächtnis, also die Frage „Was will ich anstoßen und weitergeben – über das eigene Leben hinaus“. Als Gast mit dabei: Uschi Etzel, Fachanwältin für Erbrecht.

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