Bewegungsstiftung

Bericht von der Gründung der Bewegungsstiftung

von Gabriele Rohmann

Alle neun GründungstifterInnen unterzeichnen die Stiftungsurkunden

Die Gesichter der neun Gründerinnen und Gründer der Bewegungsstiftung strahlten: Am Samstag, den 2. März 2002 unterschrieben sie in einem feierlichen Akt in Berlin im Haus der Demokratie und Menschenrechte die Stiftungsurkunden, übertrugen den Kapitalgrundstock von 250.000 Euro und gaben damit offiziell die Gründung der Stiftung bekannt.

Zur Veranstaltung, auf der Mitinitiator und -stifter Christoph Bautz und Jörg Rohwedder, seit Dezember letzten Jahres hauptamtlicher Geschäftsführer, Idee, Konzept und Strategie der Stiftung vorstellten, waren rund vierzig AktivistInnen, WissenschaftlerInnen und JournalistInnen gekommen. Sicher, um sich näher über die Stiftung zu informieren, sicher aber auch, um Dieter Ruchts Vortrag über Soziale Bewegungen im 20. und 21. Jahrhundert anzuhören. Rucht, Soziologieprofessor am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB), forscht seit mehr als zwanzig Jahren über neue soziale Bewegungen und wird als Wissenschaftler die Stiftung im Stiftungsrat beraten.

Die Bewegungsstiftung betritt Neuland

Christoph Bautz stellt das Konzept der Bewegungsstiftung vor

Die Stiftung betritt, wie Bautz erörterte, Neuland. Ihre Idee, Projekte, Kampagnen und VertreterInnen aus verschiedenen sozialen Bewegungen nicht einfach nur zu fördern, sondern sie auch in ihrer Nachhaltigkeit und langfristigen Strategie zu beraten, kommt aus den USA, wo der »Haymarket People Fund« seit mehr als 25 Jahren soziale Bewegungen unterstützt und sich mit 14 anderen Stiftungen zum Netzwerk »Funding Exchange« zusammengeschlossen hat. Dass eine ähnliche Entwicklung in Deutschland dazu führen kann, zivilgesellschaftliches Engagement voranzubringen und den vielen wichtigen und sinnvollen Aktionen von sozialen Bewegungen auch Stabilität zu verleihen, gehört zu den wesentlichen Visionen der Stiftung. Und natürlich zu denen der AktivistInnen, die fast immer mit finanziellen Nöten zu kämpfen haben, sich meistens ehrenamtlich engagieren und schon so manche politische Aktion wegen Geldmangel wieder aufgeben mussten.

 

Die Zeichen der Zeit

Prof. Dr. Dieter Rucht analysiert die Erfolgsbedingungen sozialer Bewegungen

Die Zeichen für soziale Bewegungen stehen gut und schlecht, stellte Dieter Rucht in seinem Vortrag »vorsichtig« fest. Nach den 68ern, die der Soziologe in ihren Anliegen für weitgehend gescheitert hält, komme frischer Wind in die Bewegungslandschaft. Einerseits kristallisiere sich eine neue Konfliktachse zwischen den Anhängern und Lobbyisten neoliberaler Politik und den GlobalisierungskritikerInnen heraus, andererseits warnt Rucht aber auch davor, die Erfolge sozialer Bewegungen als zu hoch einzuschätzen. Ihre Forderungen, zumindest gelte das für die nördliche Hemisphäre dieser Welt, seien weniger radikal als im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sie seien vielmehr durch eine dauerhafte Einmischung in die Politik gekennzeichnet. Das werde zwar von vielen, bedauerte auch Rucht, mit geringschätzigen Gesten abgetan. Doch wies auch der Wissenschaftler, der schon viele Initiativen, Gruppen und Organisationen hat kommen und gehen sehen, auf den immensen demokratischen Wert sozialer Bewegungen hin. Schließlich seien sie weniger träge, bürokratisch und starr wie Parteien und Verbände und könnten schneller, kreativer und »beweglicher« auf neue Herausforderungen reagieren.

Die Bewegungsstiftung setzt Impulse

Dr. Gisela Notz erläutert ihre Motivation, im Stiftungsrat mitzuarbeiten

Am Samstag wurde eins sehr deutlich: Die Stiftung setzt Impulse. Das meinte auch die Soziologin Gisela Notz, die ebenfalls in den Stiftungsrat berufen wurde und seit 15 Jahren - ganz im Sinne Bourdieus - sowohl wissenschaftlich über soziale Bewegungen forscht, als auch selbst in verschiedenen Projekten engagiert ist. Die Einrichtung wird so manchen VertreterInnen von sozialen Bewegungen sicher neue Anstöße geben und sie dazu motivieren, ihre politische und soziale Arbeit fortzusetzen.

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