Frauen und Beruf: Was Arbeit wert ist

Taz, 08.03.2020

Von Manuela Heim und Stefan Hunglinger

Die meisten Menschen sprechen ungern über ihr Gehalt. Was verdient eine Topmanagerin? Und was eine Reinigungskraft? Sechs Protokolle.

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Die Aktivistin

Der Job: „Es gibt keine richtige Jobbeschreibung für Bewegungs-arbeiter*innen. Wir haben ganz unterschiedliche Ansatzpunkte“, erklärt Paula Tilly. „Mein Fokus ist das Empowerment von anderen Aktivist*innen. Ich unterstütze sie dabei, ihre Sache so professionell zu machen, dass ihr Anliegen gut im Mainstream ankommt.“ Tilly organisiert Workshops, bei denen Aktivist*innen Handwerkszeug lernen: „Zum Beispiel, wie Nachrichten am besten verschlüsselt werden.“ Schon ihr Vater war in der linken Bewegung aktiv. Konkret politisiert wurde die 27­Jährige durch die Aktionen gegen den G20-Gipfel 2007.

Die Arbeitszeit: „Im Aktivismus ist es schwer, zwischen Arbeit und Freizeit zu trennen. Allerdings habe ich dieses Jahr das Wochenende für mich eingeführt. Montag bis Freitag arbeite ich jetzt am Computer, gehe zu Plena und Gruppentreffen. Das dauert manchmal bis spät abends. Das Wochenende halte ich mir aber frei.“

Das Geld: Seit Oktober 2019 ist Paula Tilly eine der zehn Personen, die von der Bewegungsstiftung ideelle Förderung erhalten, also zum Beispiel Schulungen. Geld bekommt sie über Pat*innen, nicht von der Stiftung: „Wir müssen selbst um Pat*innen werben, die unsere Arbeit unterstützen.“ Sie sucht noch Pat*innen, bis jetzt bekommt sie erst 100 Euro monatlich. Mit Workshops und Vorträgen verdient die studierte Politologin etwa 400 Euro im Monat. „Ich brauche nicht viel. Ich wohne in einem Bauwagen einer Wagenburg, dort zahle ich keine Miete. Meine einzigen Fixkosten sind die Krankenkassenbeiträge.“

Die Wertschätzung: „Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeit im Familien- und Freund*innenkreis gesehen und wertgeschätzt wird. Eigentlich von allen, denen ich davon erzähle.“

Was kaufen Sie sich für unverhoffte 1.000 Euro? „Ich würde mir nichts Neues kaufen, ich würde das Geld in meine Projekte stecken. Damit könnte ich Fahrkarten zu Aktionen bezahlen oder meine Bildungsarbeit ins Internet tragen, über Videos oder Fernkurse. Ein paar Bücher würde ich mir vielleicht zulegen.“

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