Bewegungsstiftung

Brigitte Woman, April 2011

... aber nicht immer zu unseren Ungunsten. Das wusste schon John F. Kennedy. Andererseits trifft das Schicksal häufig die Falschen – diese Frauen zum Beispiel. Sind sie trotzdem glücklich?

Von Sandra Wilsdorf

[...] Dörte Segger empört sich seit Jahren über die Ungerechtigkeit auf dieser Welt: »Ich empfinde diese sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich als schmerzlich, als nicht hinnehmbar.« Und sie nimmt sie auch nicht einfach so hin: »Ich lebe in mancher Hinsicht noch immer auf dem gleichen Niveau wie als Studentin. Beispielsweise wenn es um Kleidung oder Ernährung geht. Einen Teil von dem, was ich darüber hinaus habe und selbst nicht brauche, spende ich.« An gemeinnützige Organisationen wie Brot für die Welt, Pro Asyl oder Medico International. 

Als die ehemalige Deutsch- und Englischlehrerin vor einigen Jahren durch eine Erbschaft mehr Geld zur Verfügung hatte, war ihr klar: »Ich brauche das eigentlich nicht.« Sie suchte nach Wegen, Sinnvolles damit zu tun. Das alte Auto ihrer Mutter und einige Möbel hat sie behalten und nutzt sie weiter. Das wichtigste Erbe ist ihr, »dass meine Eltern mir ermöglicht haben, einen Beruf zu ergreifen, der mich wirtschaftlich unabhängig macht.« Davon sollen auch andere profitieren.

Die Freiburgerin trennt sich nicht nur leichten Herzens von ihrem Geld, sondern sie will auch etwas tun, sich einmischen. Deshalb hat sie vor vier Jahren einen Teil ihres Vermögens in die »Bewegungsstiftung« eingezahlt. Die bisher rund 90 Stifterinnen und Stifter haben alle mindestens 5000 Euro eingebracht und unterstützen damit Bewegungen, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen. »Wir fördern beispielsweise Kampagnen, die bei uns das Bewusstsein dafür wecken, dass wir Jeans in einigen Läden nur deshalb zu Spottpreisen bekommen, weil sie unter unmenschlichen Bedingungen hergestellt wurden. Etwa von Näherinnen in Nicaragua, die in fensterlosen Räumen sitzen und denen bei der Arbeit weder Trink- noch Toilettenpausen erlaubt sind«, erklärt die 61-Jährige. Für sie gibt es kein »wir und die«, kein »hier und dort«. In der globalisierten Welt hängt alles miteinander zusammen.

In den 80er Jahren hat Dörte Segger fünf Jahre in Peru gelebt und unterrichtet. Das hat ihrem Engagement diese Unbedingtheit gegeben, die es bis heute hat. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie ausgerechnet in einem Land, in dem viele Güter des täglichen Bedarfs billiger sind als in Deutschland, noch einen Auslandszuschlag bekam, und engagierte sich dafür, dass mehr arme Kinder zur Schule gehen konnten. Sie hat bis heute Ausbildungs- und Arbeitsplatzpatenschaften in Peru und hält Kontakt mit vielen, die sie dort kennengelernt hat. Sie unterstützt etwa eine Sonderschullehrerin, die neben ihrer eigentlichen – und schlecht bezahlten – Arbeit ein Projekt betreibt, das behinderte junge Menschen in den Arbeitsmarkt integriert.

Eine fortschreitende Hörbehinderung hat Dörte Segger vorzeitig in den Ruhestand gezwungen, »viel zu früh«, sagt sie, denn sie habe ihren Beruf sehr geliebt, obgleich er oft sehr anstrengend gewesen sei. Seitdem hat sie Zeit. Und auch die spendet sie: »Ich gestalte dort, wo ich meine Erfahrungen einsetzen kann.« Sie kümmert sich beispielsweise um Ältere und gibt Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien Deutschunterricht. Ihr Antrieb? »Es geht mir um Gerechtigkeit, um eine menschlichere Welt.« [...]

 

woman.brigitte.de

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