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Die Zeit vom 25.10.2007

Jährlich werden in Deutschland fast 200 Milliarden Euro vererbt. Nur ein kleiner Kreis profitiert davon, und der Staat geht nahezu leer aus. Ein klarer Fall von Ungerechtigkeit? Nicht für die Regierung.

von Marc Brost und Wolfgang Uchatius

Der junge Mann, der irgendwann einmal Millionär sein wird, steht in einem kleinen Raum, in dem ein Haufen Unterhosen, Jeans und T-Shirts auf dem Boden liegen. Er sagt: »Das ist mein Zimmer.« 16 Quadratmeter. Niedrige Decke. Ostdeutscher Plattenbau. Reichtum sieht anders aus.

Aber Jan Neumann ist ja auch nicht reich, noch nicht. Noch lebt er von 650 Euro im Monat. Davon bezahlt er die Miete, den Strom, das Essen, alles. Mancher Hartz-IV-Empfänger bekommt mehr. Irgendwann wird das anders sein, selbst wenn Jan Neumann, 24, Jurastudent aus Rostock, nach dem Examen keine gut bezahlte Stelle finden sollte. Selbst dann wird er einmal ein stattliches Vermögen besitzen. Denn Neumann gehört zu einer Generation junger Menschen, für die Geld nie ein Problem sein wird – egal, ob sie arbeitslos werden oder nicht, ob sie fünf Kinder kriegen oder gar keines, ob sie auf dem Dorf wohnen oder in der Stadt. Es ist die Generation der Erben.

Nie zuvor gab es so viele alte Menschen in Deutschland, nie zuvor hatten sie so wenig Nachkommen, nie zuvor waren sie so reich. Die Aufbaugenerationen der Wirtschaftswunderjahre haben Bankkonten gefüllt, Wertpapiere erworben, Häuser gebaut. Auf mehr als zehn Billionen Euro beziffert die Bundesbank das Geld- und Sachvermögen der Deutschen. In den nächsten Jahren wird es vielerorts von Großeltern auf Eltern übergehen, von Eltern auf Kinder, von Tanten und Onkeln auf Nichten und Neffen. Zum Beispiel auf Jan Neumann.

Er möchte nicht, dass sein wirklicher Name in der Zeitung steht. Es wäre ihm unangenehm den Mitbewohnern seiner Vierer-WG gegenüber, die nichts von seinem künftigen Reichtum ahnen. Er lebt ja wie sie. Mittags isst er in der Mensa. Äpfel kauft er im Supermarkt statt im teuren Bioladen. Abends geht er nicht in die Kneipe, sondern in den billigeren Studentenclub. Aber anders als seine Kommilitonen weiß er, dass ihm im Leben finanziell nicht viel geschehen kann. Weil seine Eltern Ärzte sind, weil sie im Westen Berlins immer gut verdient und bescheiden gelebt haben; das wünschen sie sich auch von ihm, deshalb überweisen sie ihm monatlich nur 650 Euro. Vor allem aber, weil sein Vater vor Jahren selbst ein Vermögen geerbt und gewinnbringend angelegt hat.

Jan Neumann hat keine Geschwister, er wird sein Erbe nicht teilen müssen. So wird er auf mehrere Millionen Euro kommen. Er wird sich, wenn er will, viele teure Dinge leisten können, ohne etwas dafür geleistet zu haben. Und während Angestellte, die sich ihr Spitzengehalt selbst erarbeiten, bis zu 45 Prozent an den Staat abgeben müssen, wird Neumann sein Vermögen weitgehend steuerfrei kassieren. Denn die Erbschaftsteuer ist in Deutschland so niedrig wie in wenigen anderen Industrieländern.

Ist das eigentlich gerecht?

Diese Frage rückt nun ins Zentrum der politischen Debatte. Auf dem SPD-Parteitag in Hamburg in dieser Woche werden die Parteilinken eine deutlich höhere Erbschaftsteuer fordern. Führende Parlamentarier von CDU und CSU würden die Steuer dagegen am liebsten ganz abschaffen. Und seit Monaten müht sich eine von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) geführte Kommission, irgendwo dazwischen einen Kompromiss zu finden.

Noch immer glauben in Deutschland sehr viele, dass Reichtum vor allem davon abhängt, ob einer bereit ist, sich anzustrengen und etwas zu leisten. Doch nie war das so falsch wie heute.

Ein Zementmischer rattert, Bauarbeiter hämmern auf Metall, drei große gelbe Kräne drehen sich in der Mittagssonne, an einem hängt ein Schild mit drei roten Dreiecken. Wie die Dächer dreier Häuser. Darunter ein Schriftzug: Behrendt.

Wenn Kathrin Behrendt durch Hamburg fährt, sieht sie alle paar Hundert Meter ein Haus, das ihr Unternehmen gebaut hat. 8500 Wohnungen in 55 Jahren. Ihr Großvater hat die Firma nach dem Krieg gegründet. Kathrin Behrendt hat erst Industriedesign studiert, aber dann ist sie doch in das Familienunternehmen eingestiegen. Jetzt ist sie Anfang 40 und führt den Betrieb gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrem Onkel. Sie ist also auch eine Erbin. Und zwar eine, die fast jeden Tag mit anderen Erben zu tun hat. Sie verkauft ihnen Wohnungen.

Kathrin Behrendt fährt mit dem Finger über Grünflächen und Kinderspielplätze. Terrassenhöfe steht auf der Broschüre. So heißt die neue Siedlung, die in begehrter Lage im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel entsteht. Moderne, lichte Stadtwohnungen mit Balkonen, Dachterrassen, Designerküchen. Kathrin Behrendt zeigt auf großzügige Grundrisse und kleine Gärten, dann blättert sie weiter zur Preisliste. 122 Quadratmeter für 471.000 Euro, das entspricht dem Hamburger Marktpreis. Manchmal fragt sie sich selbst, wer sich das eigentlich leisten kann.

Offenbar einige. 58 Wohnungen werden in den Terrassenhöfen demnächst fertig, 53 sind vergeben. Die Leute haben die Verträge schon unterschrieben, als es nur die Baustelle zu sehen gab. Manche Käufer sind noch keine 30 und erst seit ein paar Jahren im Beruf. Die eigenen Ersparnisse reichen da niemals aus. »Wer keine vermögenden Eltern hat, kann das schwer finanzieren«, sagt Kathrin Behrendt.

Das war nicht immer so in der Bundesrepublik. Über Armut und Reichtum entschied lange der Beruf, das Einkommen. Wer viel verdiente, konnte sich viel leisten. So einfach war das. Heute ist es komplizierter. Seit Anfang der Neunziger sind die durchschnittlichen Löhne und Gehälter in Deutschland kaum gestiegen. Dafür wächst das vererbte Vermögen von Jahr zu Jahr. »Vermutlich über die Hälfte des Privatvermögens lässt sich inzwischen auf den leistungsfreien Erhalt durch Erbschaften oder Schenkungen zurückführen«, sagt Jens Beckert, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln und Autor des Buches Unverdientes Vermögen.

Die Firma Behrendt baut auch Wohnungen in preisgünstigeren Stadtvierteln, Kathrin Behrendt kennt auch andere Immobilienkäufer. Junge Leute, bei denen es auf jeden Euro ankommt. Familien, die ihre eigenen vier Wände selbst verputzen und streichen und den Boden in ihrem 250.000-Euro-Reihenhaus selbst verlegen, um ein paar Tausend Euro zu sparen. »Muskelhypothek« nennt Kathrin Behrendt das. Manchmal haben diese Käufer sogar dieselben Berufe wie die Leute in den Stadthäusern. Sie sind Ingenieure oder Lehrer. Sie verdienen gleich viel, und manchmal ist es gar nicht so wenig. Aber die einen kommen eben aus vermögenden Familien und die anderen nicht. Das macht den Unterschied.

Erbengeneration. Vor 20 Jahren tauchte das Wort erstmals in den Zeitungen auf, aber das bedeutet ja nicht, dass es auch zur Wirklichkeit passt. »Der Ausdruck suggeriert, alle Angehörigen einer Generation würden gleichermaßen von Erbschaften profitieren«, sagt der Soziologe Jens Beckert. Ostdeutsche ebenso wie Westdeutsche, Altenpfleger nicht weniger als Anwälte. Kämen die Erbschaften tatsächlich allen gleichermaßen zugute, könnten sie theoretisch einen Großteil der gegenwärtigen staatlichen Sozialausgaben ersetzen. Sie könnten die Finanzprobleme der Langzeitarbeitslosen lösen und die Einkommenslücke zwischen Ost- und Westdeutschland schließen. Groß genug wären sie. Theoretisch.

Die Realität sieht anders aus. Wer aus Ostdeutschland stammt, erbt selten mehr als ein paar Tausend Euro, die Eltern haben in der DDR viel zu wenig verdient, um ein nennenswertes Vermögen aufzubauen. »Nur etwa jeder zwanzigste Ostdeutsche erbt mehr als 50.000 Euro«, hat der in Zürich lehrende Soziologe Marc Szydlik herausgefunden. Ähnliches gilt für die Nachkommen einfacher Handwerker oder Industriearbeiter in Westdeutschland.

Der typische deutsche Erbe hat ein anderes Profil: Er stammt aus dem Westen, und seine Eltern waren Akademiker. Weil ein hoher Bildungsabschluss der Eltern in Deutschland aber die beste Voraussetzung ist, dass man es selbst an die Uni schafft, haben auch die meisten Erben einen Hochschulabschluss und einen lukrativen Beruf. »Jeder dritte Akademiker erhält mehr als 50.000 Euro«, so Szydlik. Die Ärzte, Anwälte und Journalisten in Deutschland verdienen in der Regel nicht nur deutlich mehr als Müllmänner, Bauarbeiter oder Krankenschwestern. Sie bekommen oft noch ein stattliches Familienvermögen dazu.

Schon heute gehört den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland. Die unteren zehn Prozent dagegen besitzen gar nichts, nur Schulden. Nie zuvor war der Abstand zwischen oben und unten in der Bundesrepublik so groß. Die Erbschaftswelle der nächsten Jahre wird ihn noch vergrößern.

Die Deutschen mögen keine Ungleichheit, vor allem wenn sie sich nicht mit unterschiedlicher Leistung rechtfertigen lässt – wenn sie unverdient ist. In Umfragen kritisieren sie regelmäßig die exorbitanten Managergehälter und die niedrigen Löhne von Wachleuten und Postboten. Eigentlich ein guter Grund für jeden Politiker, eine Erhöhung der Erbschaftsteuer zu fordern. Wegen der je nach Verwandtschaftsgrad unterschiedlichen, aber meist hohen Freibeträge sind heute nicht weniger als 92 Prozent aller Erbschaften steuerfrei. Und wenn der Fiskus doch mal etwas fordert, hält er sich sehr zurück. Wer zum Beispiel von den Eltern ein Geld- und Sachvermögen in Höhe von 340.000 Euro erbt, muss nach Berechnung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim gerade einmal 1029 Euro an den Staat abgeben.

Jahrzehntelang sind die niedrigen Steuersätze nicht aufgefallen, denn jahrzehntelang gab es in Deutschland nicht viel zu erben. Doch inzwischen werden laut einer Studie der BBE Unternehmensberatung jedes Jahr 180 Milliarden Euro weitergegeben, mehr als doppelt so viel wie Anfang der Neunziger. Trotzdem macht die Erbschaftsteuer nur ein halbes Prozent aller Steuereinnahmen aus.

Das könnte sich bald ändern. Im Februar hat das Bundesverfassungsgericht die Erbschaftsteuer in ihrer bisherigen Form für unrechtmäßig erklärt. Die Richter bemängelten, dass die Erben von Immobilien, Betriebsvermögen und Firmenanteilen gegenüber den Erben von Geld und Wertpapieren bevorzugt würden. Sie forderten, dass die Grundlage der Besteuerung der erzielbare Marktwert sein müsse. Nun muss die Politik die Gesetze ändern.

Angesichts stagnierender Löhne und Gehälter auf der einen und wachsender Erbschaften auf der anderen Seite läge es nahe, die Erbschaftsteuer zu erhöhen und dafür die Einkommensteuer weiter zu senken. So würde derjenige belohnt, der für sein Geld arbeitet. Die letzte Reform der Einkommensteuer liegt sechs Jahre zurück; längst hat die Inflation die Vergünstigungen aufgezehrt. Selbst die linker Ideologie unverdächtige Industrieländerorganisation OECD empfiehlt höhere Erbschaftsteuern für Deutschland, da große Vermögen hierzulande kaum noch belastet werden – im Gegensatz zu anderen westlichen Staaten. In den USA etwa gilt die Kombination von hoher Erbschaftsteuer und niedriger Einkommensteuer schon lange als gerecht. Warum nicht auch in Deutschland?

Sie tragen Lodenjacken und Trachtenjanker. Sie sind 500 Kilometer gefahren. Von Bayern nach Berlin, von den Feldern in die Hauptstadt. Sie haben Angst um ihr Vermögen.

250 Bauern und Großgrundbesitzer haben sich in einem Saal in der Bundeszentrale des Deutschen Bauernverbandes versammelt. Vor ihnen sitzt ein junger Mann, der aus derselben Gegend kommt wie sie, der genau wie sie beim Sprechen das R rollt, der vor Aufregung ganz rote Ohren hat. Und ausgerechnet der will an ihr Geld. Der Mann heißt Florian Pronold. Er ist 34 Jahre alt, stammt aus Deggendorf in Niederbayern und ist Vizechef der bayerischen SPD.

Er sagt: »Bisher zahlen Landwirte ausgesprochen wenig Erbschaftsteuer.« Die Bauern murren. Er sagt: »Die Erbschaftsteuer ist gerecht, weil viele Bürger keine reichen Eltern haben.« Durch den Saal geht ein Raunen. Und als Pronold sagt: »Wer erbt, erwirbt dieses Einkommen doch ohne eigene Leistung«, fangen die Bauern an zu schimpfen.

Florian Pronold ist ein Linker, er war Chef der bayerischen Jusos und 2003 einer der parteiinternen Rebellen gegen die Agenda-Politik von Gerhard Schröder. Das hat ihn bundesweit bekannt gemacht. Pronold wäre durchaus dafür, wenn sich die SPD auf ihrem Parteitag am kommenden Wochenende für eine höhere Erbschaftsteuer ausspräche. Dass sie sich damit den Ärger der bayerischen Bauern zuzöge, würde ihn nicht stören. Die Bauern sind auch in Bayern in der Minderheit.

Das Problem ist, dass die Mehrheit genauso denkt.

Nach einer Untersuchung der Berliner Humboldt-Universität im Auftrag der Zeitschrift Geo sind zwar 82 Prozent der Deutschen der Meinung, Einkommen und Vermögen in Deutschland seien ungerecht verteilt. Aber auf die Frage, ob es denn gerecht sei, dass Eltern ihr Vermögen an ihre Kinder weitergeben, auch wenn dies bedeute, dass Kinder reicher Eltern bessere Chancen haben, antworteten 84 Prozent mit Ja. Ein fast schizophrener Widerspruch, den der Frankfurter Soziologe Sighard Neckel so erklärt: Die Erbschaftsteuer berühre ein Thema, das den Bundesbürgern noch wichtiger sei als die Ungleichheit in der Gesellschaft, nämlich die Familie. »Die Deutschen sind traditionell der Meinung, dass sich der Staat aus Familienangelegenheiten raushalten soll, dazu zählt auch der Erbfall«, sagt Neckel. Und deshalb hält auch der SPD-Politiker Florian Pronold eine höhere Erbschaftsteuer zwar für gerecht, aber für politisch nicht durchsetzbar.

Stattdessen versuchen beide Teile der Regierungskoalition den Wählern zu gefallen – und verheddern sich in Widersprüchen. Politiker von CDU und CSU gerieren sich öffentlich gern als Schützer der Familie und fordern, die Erbschaftsteuer ganz zu streichen. Was sie nicht sagen: Ihre Länderfinanzminister können auf die Einnahmen daraus gar nicht verzichten. Die Erbschaftsteuer kommt gänzlich den Bundesländern zugute, und die größten Erbschaften fallen in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg an. Alles unionsregierte Länder, die das Steuergeld für ihren Haushalt brauchen.

SPD-Leute wiederum sprechen gern davon, dass man üppige Erbschaften ruhig höher besteuern könne – Omas kleines Häuschen aber müsse auf alle Fälle steuerfrei bleiben. Was sie verschweigen: Omas kleines Häuschen kann heute ziemlich viel wert sein, wenn es im Umland von München, Hamburg oder Stuttgart steht. Warum sollen dessen Erben steuerfrei bleiben – während eine junge Familie, die nichts erbt und sich ihr Haus zusammenspart, einige Tausend Euro Grunderwerbsteuer zahlt? Darauf hat die SPD keine Antwort.

Weil beide Volksparteien ihre Gerechtigkeitslügen mit sich herumtragen, fällt die Reform so schwer. Im November will die Koch-Steinbrück-Kommission ein Konzept für eine neue Erbschaftsteuer vorlegen, das alles miteinander verbindet: hohe Freibeträge für Privatleute, Steuerfreiheit für Unternehmer, die den geerbten Betrieb weiterführen – und gleichbleibende Steuereinnahmen für den Staat. Die Zeit drängt. Falls man sich nicht einigt, fällt nach dem Urteil des Verfassungsgerichts die Erbschaftsteuer von 2009 an ersatzlos weg.

In Amerika haben hohe Erbschaftsteuern zu einem Stiftungsboom geführt. Milliardäre wie Bill Gates oder Warren Buffett geben einen kleinen Teil ihres Vermögens an ihre Kinder – und einen Großteil an soziale Projekte. Auch auf diese Weise machen höhere Erbschaftsteuern eine Gesellschaft ein Stück gerechter.

Der ältere Herr, der irgendwann Millionär wurde, sitzt in einer Altbauwohnung mit großem Garten am Stadtrand von Berlin und erzählt von der Weihnachtszeit vor etwa 50 Jahren. 15 oder 16 war er damals, er fing gerade an, sich für die Welt zu interessieren, und stellte fest, dass es vielen Menschen schlechter ging als ihm. Deshalb wünschte er sich von seinen Eltern zu Weihnachten, dass sie 50 Mark an Brot für die Welt spendeten. Die Eltern verstanden das nicht. »Sie kauften mir wieder irgendein Geschenk, das hat mich geärgert.«

Eigentlich hat sich Peter Neumann seitdem kaum verändert.

Er ist der Vater des Jurastudenten Jan Neumann. Man kann ihn durchaus als jemanden sehen, der es zu etwas gebracht hat, im materiellen Sinne. Nach dem Medizinstudium hat er als Psychiater gearbeitet und nicht schlecht verdient. Aber dass er heute reich ist, liegt nicht an ihm, sondern an seinem Großvater. Dem gehörte eine kleine Brauerei im Ruhrgebiet, die er Anfang des vergangenen Jahrhunderts verkaufte. Die Aktien blieben im Familienbesitz, nach dem Krieg stiegen sie im Wert, und als Peter Neumanns Mutter starb und er das Familienvermögen erbte, war er plötzlich Millionär.

Neumann fand das ungerecht: unverdient reich sein. Bis er merkte, dass Geld nicht nur Konsummittel, sondern auch Werkzeug sein kann. Er beschloss, es zu investieren und die Welt ein wenig in seinem Sinne zu verändern, er, der die 68er-Bewegung als Befreiung empfand und sich noch immer für die Themen von damals interessiert, die auch die Themen von heute sind: die Kluft zwischen Nord und Süd, die soziale Gerechtigkeit, der richtige Umgang mit der Natur.

Neumann engagiert sich bei der Bewegungsstiftung, die Geld an soziale und umweltpolitische Projekte vergibt. So kam er auf die Idee, seine eigene private Erbschaftsteuer einzuführen. Höhe: 50 Prozent. Die eine Hälfte seines Vermögens wird er spenden. Die andere bekommt Jan.

Der ist damit einverstanden. Schließlich bleibt immer noch genug für ihn übrig.

 

 

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