Bewegungsstiftung

Reiche für den Fortschritt

Verdener Nachrichten vom 10.12.2007

 

von Susanne Ehrlich

Ein kleines Büro mit vier Mitarbeitern - das muss genügen für eine Initiative, die in wenigen Jahren vieles bewegt hat: Die Bewegungsstiftung unterhält im Verdener Ökozentrum ihre bundesweit einzige Arbeitsstelle. Im März 2002 gegründet, spricht sie Menschen an, die mehr Geld haben, als sie (ver-)brauchen. Diese können Initiativen für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz unterstützen. Felix Kolb ist Geschäftsführer der Bewegungsstiftung. »Ich stamme selbst aus einem vermögenden Elternhaus, in dem Geld nie ein Thema war«, erklärt er sein persönliches Engagement, »als Gymnasiast in Mainz fing ich an, mich für den Umweltschutz zu engagieren.« Eine geplante Kampagne, die sich kritisch mit dem „Dualen System“ auseinandersetzen sollte, habe ihn zum ersten Mal erfahren lassen, dass man Geld braucht, um politische Aktionen zu organisieren. Während eines USA-Aufenthalts im Jahr 1999 lernte er eine Gruppe wohlhabender Familien an der Ostküste kennen, die verschiedene Bürgerinitiativen unterstützten. »Genau so etwas fehlt in Deutschland«, war sein Gedanke, und nach seiner Heimkehr begann er, Mitstifter zu suchen, die einen Teil ihres Vermögens einsetzen wollten, um soziale Bewegungen zu fördern und am gesellschaftlichen Wandel mitzuarbeiten. Neun Stifter und Stifterinnen machten den Anfang - inzwischen sind es 82 Menschen, die sich ihrer ökonomischen Privilegien bewusst sind und sich für soziale und ökologische Projekte einsetzen. Die Stiftung grenzt sich politisch von andere Organisationen ab, die mit Spenden für gute Zwecke dem Staat ermöglichen, sich aus sozialen Verantwortungen mehr und mehr zurückzuziehen: »Wir fördern dort, wo die Möglichkeiten anderer Stiftungen enden. Uns geht es darum, die Ursachen gesellschaftlicher und politischer Probleme bekämpfen, statt nur Symptome zu lindern.« Deshalb werden vor allem Initiativen unterstützt, die ungerechte ökonomische, rechtliche oder politische Rahmenbedingungen sichtbar machen. Eines der im vergangenen Jahr geförderten Projekte ist die „Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten“, die sich als Selbstorganisation von Flüchtlingen für Bleiberecht, gegen Lagerunterbringung und Residenzpflicht einsetzt. Auch das NoLager-Netzwerk, das Flüchtlingen im Lager Bramsche hilft, erhielt einen Zuschuss von der Stiftung. Das Aktionsbündnis Sozialproteste wurde für seine Kampagne gegen Zwangsumzüge im Rahmen der Hartz-IV-Regelungen unterstützt, und einen weiteren Zuschuss erhielt die Hamburger Initiative „Mehr Demokratie“, die sich für die Beibehaltung des fortschrittlichen Hamburger Wahlrechts einsetzt, das über einen Volksentscheid eingeführt wurde und den Bürgern erheblich mehr Mitspracherecht sowie die direkte Kandidatenwahl einräumt - vielen etablierten Politikern ein großer Dorn im Auge. Vier Million Euro Kapitaleinlage bilden den Grundstock. Sie werden nach ethisch-nachhaltigen Kriterien angelegt. Der Hauptetat speist sich aus jährlichen Spenden der Stifter. Auf den regelmäßigen Treffen können sich Stifter und Interessierte auch über ethisch vertretbare Anlagemöglichkeiten ihres Kapitals informieren. Sie haben die Möglichkeit, „zuzustiften“, das heißt, zusätzliches Kapital zu verleihen und dessen Wirken zu beobachten. Nach einer gewissen Frist können sie es zurückzufordern oder es in der Stiftung belassen. Die Stiftung fördert auch einzelne Personen. Patenschaften aus den Reihen der Stifter finanzieren teilweise deren Lebensunterhalt, damit sie für ihre organisatorischen Aufgaben freigestellt sind. Eine dieser sogenannten „Bewegungsarbeiterinnen“ ist Ferda Ülker, die sich in der Türkei für die Rechte von Frauen einsetzt. Ein anderer prominenter Bewegungsarbeiter ist Sven Giegold, Attac-Gründer und Aktivist in der umwelt- und globalisierungskritischen Bewegung.

 

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