Bewegungsstiftung

»Kapital nach strengen ethischen Kriterien angelegt«

schrägstrich Ausgabe Dezember 2006

Wer mit seinem Vermögen etwas Sinnvolles tun möchte, steht vor der Frage: Wo fange ich an? Spenden, Patenkinder in Afrika unterstützen oder doch eine eigene Stiftung gründen? Wem das zu viel ist, der kann sich an der Bewegungsstiftung beteiligen. Unter dem Motto »Wandel statt Almosen« fördert die 2002 gegründete Stiftung dauerhaftes politisches Engagement.

von Falk Zielke

schrägstrich sprach mit Felix Kolb, einem der Gründer der Stiftung.

schrägstrich: Was ist die Bewegungsstiftung?

Felix Kolb: Die Bewegungsstiftung ist eine bundesweit tätige Gemeinschaftsstiftung, die von bisher 63 Stifterinnen und Stiftern getragen wird. Ziel ist es, soziale Bewegungen zu unterstützen, die sich für eine demokratische, ökologische, friedliche und gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen. Ein wichtiger Gründungsgedanke war die Erkenntnis, dass staatliche Geldgeber und private Stiftungen soziale Bewegungen nur sehr eingeschränkt fördern und dann vor allem zu Inhalten, die gesellschaftlich kaum umstritten sind. Protest und ziviler Ungehorsam sind aber manchmal notwendig, um Erfolge zu erzielen.

schrägstrich: Was wird von der Stiftung gefördert?

Kolb: Die Bewegungsstiftung will sozialen Wandel fördern. Geld spielt dabei eine wichtige Rolle. Nur wer finanziell unabhängig ist, kann Projekte, Aktionen oder Kampagnen erfolgreich planen und durchführen. Die Förderung ist thematisch nicht gebunden. Unterstützt werden die verschiedensten Initiativen, egal ob aus der Friedensbewegung, der Frauenbewegung oder der Ökologiebewegung. In diesem Jahr wurden insgesamt 14 Projekte gefördert. Darunter war etwa die »Wahlrechtsrettungsaktion« in Hamburg oder die »Karawane für Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen«.

schrägstrich: Wer sucht die Projekte aus, die unterstützt werden?

Kolb: Über die Vergabe von Projektförderungen wird zwei Mal im Jahr in einem zweistufigen Verfahren entschieden. Der Beirat der Stifterinnen und Stifter wählt aus den Bewerbungen förderungswürdige Projekte aus und gibt dem Stiftungsrat Empfehlungen. Dieses fünfköpfige Gremium fällt dann die Entscheidung. Die Projekte müssen aber bestimmte Bedingungen erfüllen: Ihre Zielsetzung und Arbeitsweise muss gewaltfrei, ökologisch verträglich, gleichberechtigt, transparent und demokratisch sein. Außerdem muss eine klare Strategie erkennbar sein.

schrägstrich: Wie wird das Stiftungskapital verwaltet?

Kolb: Das Kapital der Bewegungsstiftung von zurzeit knapp zwei Millionen Euro wird nach strengen ethischen Kriterien angelegt. So kann es uns nicht passieren, dass wir Anti-Atom-Initiativen mit der Rendite aus RWE-Aktien unterstützen. Leider achten viele Stiftungen nicht darauf, ob ihre guten Zwecke mit dreckigem Geld unterstützt werden. Außerdem legen wir den Großteil unseres Kapitals sicher an, also zum Beispiel in festverzinslichen Anleihen. Und wir legen großen Wert auf Transparenz. Anlagekriterien und das aktuelle Portfolio kann man im Internet einsehen.

schrägstrich: Wie kann man sich beteiligen?

Kolb: Jeder, der Stifter werden möchte, muss uns einfach nur seine Zustiftung überweisen. Protest und ziviler Ungehorsam sind aber manchmal notwendig, um Erfolge zu erzielen. Ab einem Beitrag von 5.000 Euro erhält der Stifter eine Stimme im Beirat. Damit kann man mitbestimmen, welche Projekte gefördert werden. Wer die 5.000 Euro nicht auf einmal zahlen kann, kann sich auch in
Raten beteiligen. Das Stimmrecht bekommt man mit der ersten Rate.

 

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