Bewegungsstiftung

Süddeutsche Zeitung vom 22.11.05

Auf der Suche nach Geld sind Sozial-Bewegungen fündig geworden - sie bieten Sparbriefe an.

von Michael Bauchmüller

Mit dem Kapital wollen Deutschlands Sozial-Bewegungen normalerweise nicht viel zu tun haben. Sie stehen meist der kapitalismuskritischen Linken nahe. Das aber wird sich von diesem Dienstag an ändern. Pünktlich zur Wahl der Kanzlerin legt der "Förderverein Die Bewegungsstiftung", Unterstützer aller möglicher Kampagnen im In- und Ausland, einen "Protestsparbrief" auf - ganz nach dem Vorbild der sonst so angefeindeten Finanzwelt. Nur dass die Investoren diesmal keine Zinsen erwarten dürfen, zumindest nicht auf ihrem Konto. Es handele sich "um eine Geldanlage, die sich durch ihre ideelle politische Rendite auszeichnet", wirbt die Stiftung im Anlageprospekt. Geht es nach dem Willen der Stiftung, soll die ideelle Rendite eine halbe Million Euro einspielen. Diese Summe soll von allen kommen, die eine gesellschaftskritische Haltung nicht daran gehindert hat, Kapital anzusammeln. Mindestens 1000 Euro müssen sie für vier Jahre entbehren können. So lange soll der Sparbrief währen, nur in Notfällen wird die Sparsumme früher ausgezahlt. Wer mehr einzahlen will, kann dies tun: Die Stiftung bietet auch Stückelungen von 2000, 5000 oder 10000 Euro an. "Wenn dieses Projekt gut läuft, werden andere sicher nachziehen", glaubt Felix Kolb von der Bewegungsstiftung. Dann könnten auch Umweltverbände oder Globalisierungskritiker so Kapital einsammeln - und dessen Zinsen in ihre Vorhaben stecken. Sollte in den nächsten 100 Tagen tatsächlich die angepeilte Summe zusammenkommen, könnten die Sparbriefe bei der Bochumer GLS-Bank in vier Jahren 37000 Euro für Kampagnen und Gruppen abwerfen. Die Anleger stimmen dann darüber ab, wohin die Mittel fließen. "Prämisse für eine Förderung ist eine gewaltfreie, ökologisch verträgliche, gleichberechtigte, transparente und demokratische Arbeitsweise und Zielsetzung der Projekte", heißt es im Anlageprospekt. Den Prospekt selbst wollte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht übrigens nie sehen - es handle sich nicht um eine Geldanlage im Sinne des Gesetzes, ließ die Behörde wissen. Spendenquittungen erhalten die Sozial-Anleger nicht, obwohl sie auf den Zinsertrag verzichten. Dafür aber, wirbt die Stiftung ganz kapitalistisch, umgehen die Superreichen mit dem Protestsparbrief die Kapitalertragsteuer. Gut gelernt.Michael Bauchmüller

 

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