Bewegungsstiftung

Moos für die Bewegung

Junge Welt vom 04.03.2002

Neue Stiftung will der außerparlamentarischen Opposition finanziell auf die Sprünge helfen.

von Wolfgang Pomrehn

Mit Geld die Welt verändern. Nicht ganz neu die Idee, aber dieses Mal soll es andersherum versucht werden. Am Samstag wurde in Berlin die »Bewegungsstiftung« gegründet. »Manche gute Idee und manche wichtige Initiative sozialer Bewegungen«, so Christoph Bautz, einer der Initiatoren, »scheitert am mangelnden Geld«. Als Beispiel führte er einen Volksentscheid gegen die EXPO 2000 an. In Hannover hatte es bereits in den 80ern erheblichen Widerstand gegen das Mammutprojekt gegeben. Die Gegner unterlagen nur knapp in einer Volksabstimmung: 48 Prozent der Hannoveraner hatten gegen die EXPO gestimmt, obwohl es keine nennenswerte koordinierte Öffentlichkeitskampagne gab. »Nur einige zehntausend Mark für eine professionelle Kampagne haben gefehlt, um die EXPO 2000 zu verhindern.«

Um solche Mißerfolge künftig auszuschließen, will die »Bewegungsstiftung« Geld wohlhabender Stifter einsammeln, anlegen und die Erträge sozialen Bewegungen zur Verfügung stellen. Das ist ein weites Feld, wie Bautz freimütig zugibt, aber das solle auch so sein. Auf jeden Fall werde man keine Abtreibungsgegner und Neonazis unterstützen. Der Ansatz sei ein linker, der von einem humanistischen Menschenbild ausgehe. Ein Stiftungsrat soll über die Vergabe der Gelder wachen. Berufen in ihn wurden neben dem Psychoanalytiker und langjährigen Friedensaktivisten Horst-Eberhardt Richter, Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin, Gisela Notz, feministische Soziologin und Publizistin aus Köln, Susann Haltermann als Vertreterin der Stifter und Jochen Stay, der sich im Wendland und darüber hinaus einen Namen durch den Aufbau der Kampagne »X-tausendmal quer« gemacht hat.

Die ersten Stifter brachten am Samstag ein Startkapital von 150.000 Euro zusammen. Die Idee war den Organisatoren, die auf jahrelange Erfahrung in der Anti-AKW-Bewegung und Friedensgruppen zurückblicken und sich in den letzten Jahren zum Teil am Aufbau des globalisierungskritischen Netzwerks Attac beteiligt haben, während eines Besuchs in den USA gekommen. In Boston trafen sie auf den Haymarket People’s Fund, der seit vielen Jahren soziale Bewegungen finanziell unterstützt. Wie dieser soll die deutsche Stiftung auch für Erfahrungs- und Wissenstransfer sorgen. Geförderte Initiativen werden angehalten, ihre Mitarbeiter weiterzubilden und eine Evaluation ihrer Kampagnen vorzunehmen. In Vorbereitung ist außerdem ein Handbuch, das gewonnene Erfahrungen sammeln und verbreiten soll.

Kontakt: www.bewegungsstiftung.de

 

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