Ein neues, besseres Leben

Frankfurter Rundschau, 04.03.2021

Von Wiebke Johanning

Die Politik muss die wirtschaftlichen Weichen umstellen. 

Wie sind Sie bisher wirtschaftlich durch die Pandemie gekommen? Die Antwort dürfte je nach Job unterschiedlich ausfallen. Wer in Lebensmittel-Einzelhandel oder Pflege tätig ist, ächzt unter hoher Belastung bei geringer Bezahlung. In der Gastronomie sind massenhaft Jobs weggefallen. Wer Transferleistungen erhält, muss nun mehr Geld für Lebensmittel und Masken ausgeben und jeden Euro dreimal umdrehen.

Und dann gibt es die vielen Büro-Arbeiter:innen, deren Einkommen (bisher) gleich geblieben sind. Für sie hat die Pandemie in Sachen Konsum, Reisen und Mobilität wie eine Pause-Taste gewirkt, die bei allem unfreiwilligen Verzicht auch die Augen geöffnet hat. Viele, die es sich leisten können, haben mehr Bio-Lebensmittel gekauft und selbst gekocht. Sie sind weniger und nur in Deutschland verreist. Manche:r hat die Zeit zu Hause zum Ausmisten genutzt und gemerkt: Mein Schrank ist voll. Ich kann auch ein paar Monate ohne Shopping klarkommen.

Doch es zeichnet sich ab, dass Konsument:innen zum alten Verhalten zurückkehren werden, gerade weil sie vom Lockdown erschöpft sind und sich etwas gönnen wollen. In Großbritannien sind die Buchungen für Flug-Urlaubsreisen im Sommer mit der Ankündigung von Lockerungen in die Höhe geschnellt.

Also alles wieder beim Alten? Das wäre fatal. Mit Blick auf Klima und Ressourcen brauchen wir dringend weniger Konsum, eine umweltschonendere Lebensmittelproduktion, nachhaltigeres Reisen und Mobilität. Das gelingt nicht durch individuellen Verzicht, sondern indem Politik die Weichen neu stellt. Sie muss dafür sorgen, dass gesundes Essen, klimagerechte Mobilität und Erholung für alle erschwinglich sind.

Kurz: Wir brauchen keine Rückkehr zum alten Wirtschaftssystem, sondern ein neues gutes Leben für alle. Nachtzüge und Nahverkehr ausbauen, statt die Lufthansa ohne klimapolitische Auflagen retten. Nachhaltige Landwirtschaft stärken, statt Agrarindustrie subventionieren. Reparierbare Elektro-Artikel, statt kurzlebiger Elektroschrott. Konzerne zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz verpflichten, statt zerstörerische Warenproduktion. Der Streit um das verwässerte Lieferkettengesetz beweist: Es braucht den Druck der Zivilgesellschaft, damit sich was bewegt. Streiten wir dafür, dass nach Corona alles anders wird – und besser! 

 

https://www.fr.de/wirtschaft/gastwirtschaft/ein-neues-besseres-leben-90228297.html 

Newsletter

Newsletter Anmeldung

Wir informieren Sie mit unserem Newsletter regelmäßig datenschutzkonform über die Arbeit der Stiftung.

Jetzt Stifter*in werden! Protestbewegungen stärken 
und Teil des Netzwerks
werden!

Protest direkt unterstützen!
Mit einer Spende
in den Fördertopf 

Engagement möglich machen! Werden Sie Pat*in einer Bewegungsarbeiter*in.
Ab 10 Euro im Monat

Sie wollen die Welt verändern?
Wir unterstützen Sie mit Geld
und Beratung! Alle Infos finden Sie hier

Bewegungsstiftung
Artilleriestraße 6, 27283 Verden
info@bewegungsstiftung.de
PGP-Schlüssel

Telefon: 04231 - 957 540
Fax: 04231 - 957 541
Twitter: @bstiftung

Konto
GLS Gemeinschaftsbank
BIC: GENODEM1GLS 
IBAN:
DE56 4306 0967 0046 3144 00