Investment: Wirkung statt Rendite

Frankfurter Rundschau, 14.10.2019

Von Wiebke Johanning

Es gibt sowieso kaum noch Zinsen - überlegen Sie doch mal, welchen Sinn Ihr Kapital jenseits der Selbstvermehrung haben könnte.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Aktuell klingt Omas goldene Regel wie ein Hohn. Denn seit Jahren gibt es für das Geld auf Sparbüchern, Giro- und Tagesgeldkonten fast keine Zinsen mehr. Die Inflation übersteigt den Zinsertrag, das Ersparte verliert effektiv an Wert. Dieser Trend wird sich nach der jüngsten Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Strafzins für Bankeinlagen zu verschärfen, so schnell auch nicht ändern.

Wie können Kleinsparer reagieren? Das Geld zu Banken verschieben, die doch noch ein paar Zehntelprozent-Pünktchen Zinsen zahlen? Lieber in Aktien investieren, die auf lange Sicht mehr Erträge versprechen? Oder das Ersparte in den Konsum stecken?

Wir hätten einen vierten Vorschlag. Überlegen Sie, welchen Sinn Ihr Kapital jenseits der Selbstvermehrung haben soll. Denn Geld sollte kein Selbstzweck sein, sondern den Menschen und der Gesellschaft dienen. Wenn Sie also sowieso keine Zinsen mehr für Ihr Erspartes erhalten, warum investieren Sie es dann nicht in Bereiche, die Ihnen wichtig sind?

Wem Ökologie und gesunde Lebensmittel am Herzen liegen, der kann einen Teil seines Geldes bei landwirtschaftlichen Genossenschaften und Initiativen wie der Kulturland eG, der Bio Bodengenossenschaft oder einer der Regionalwert-AGs anlegen. Diese kaufen Flächen und Betriebe und stellen sie Bio-Landwirten dauerhaft zur Verfügung.

Wenn Sie das Recht auf Wohnen stärken wollen, können Sie über das Mietshäusersyndikat Hausprojekte in Ihrer Nähe finden, die Darlehen suchen, um Häuser zu kaufen und der Immobilienspekulation zu entziehen.

Wenn Ihnen Klimaschutz wichtig ist, können Sie in Bürgerenergiegenossenschaften investieren, die die Energiewende auf lokaler Ebene vorwärtstreiben.

Wichtig: Eine hohe finanzielle Rendite können Anleger meist nicht erwarten, dafür aber eine ethische. Doch es gibt auch Verlustrisiken. Wer hier investiert, sollte sich deshalb gut informieren und Bilanzen lesen können, um das Risiko abschätzen zu können. Außerdem sollte man nur Summen investieren, die nicht für die zukünftige Lebenshaltung benötigt werden. Doch wer Teile seines Ersparten auf diese Weise anlegt, hat sein Geld in Bereiche gelenkt, wo es sinnvoll wirken kann.

www.fr.de/wirtschaft/gastwirtschaft/investment-wirkung-statt-rendite-13113876.html

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