Bewegungsstiftung

»Wandel statt Almosen«

Angesichts des Elends in dieser Welt ist die Fähigkeit zum Mitleid und die selbstlose Bereitschaft zum Schenken ein Ausdruck von Humanität. Es ist gut und richtig, dass Schwachen und Bedürftigen in konkreten Notlagen geholfen wird. Alles andere wäre blanker Zynismus. Aber zugleich gilt es zu bedenken, dass die auf den konkreten Fall zielende karitative Linderung des Elends ungewollt zu einer Fortschreibung von Abhängigkeit und Unmündigkeit, ja zur Verstetigung oder Steigerung des Elends im Ganzen beitragen kann.

Kenner der traditionellen Praxis von Entwicklungshilfe wissen davon ein Lied zu singen. Die kostenlose Verteilung von Nahrungsmitteln oder Kleidern durch Hilfsorganisationen kann binnen kurzer Zeit lokale Produzenten, die ihre Güter nicht mehr absetzen können, in den Ruin treiben. Am Ende müssen sich auch diese Kleinproduzenten mit ihren Familien in die Schlange der Hilfsbedürftigen einreihen.

Die Grenzen der Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe zur Selbsthilfe heißt eine Antwort auf diese Problematik, die schon in der Bibel angesprochen wird: Lehre die Hungernden das Fischen, anstatt ihnen jeden Tag einen Fisch zu geben! Was aber, wenn ihnen der Zutritt zum See verwehrt wird, weil dieser in Privatbesitz ist? Oder wenn die Fische durch Chemikalien vergiftet sind? Oder die Fischer für einen Hungerlohn auf einem Boot arbeiten müssen, das ihnen nicht mehr gehört? Oder die Regierung oder eine lokale Mafia neun Zehntel des Fangs für sich einbehält? Oder wenn zu viele Fische gefangen werden, so dass sich der Bestand dramatisch verringert?

In all diesen Fällen sind die Menschen, denen das Fischen gelehrt wurde, wieder auf das Mitleid und die Gaben anderer angewiesen. Hilfe zur Selbsthilfe oder Empowerment - das heißt die strategisch angeleitete Ermächtigung, eigene Interessen erfolgreich wahrzunehmen - hängt von lokalen und überlokalen Randbedingungen ab. Diese müssen ihrerseits Gegenstand von Veränderung sein, sollen die Verhältnisse vor Ort - Hunger, Abhängigkeit, Ausbeutung - auf Dauer anders werden. Die Hilfe zur Selbsthilfe im lokalen Rahmen, die neben marktförmigen Anreizen auch kollektiver und solidarischer Organisationsformen bedarf, verlangt somit gleichzeitig eine auf größere Zusammenhänge gerichtete Politik, die auf regionale, nationale und letztlich globale Strukturveränderungen abzielt.

Mildtätigkeit und Almosen sind nicht genug

Kämpfe um politische Macht, Kämpfe um die Deutung von Problemen (einschließlich ihrer Ursachen und Lösungsmöglichkeiten), Kämpfe um politische Teilhabe und Kontrolle sind dabei unvermeidlich. Wer davor zurückschreckt, wer sich auf Mildtätigkeit oder gar Almosen beschränken will, mag sich als »edel und gut« verstehen, wird aber wider Willen zur Versteinerung der Verhältnisse beitragen. Wie Pflanzen, die sich in den Ritzen einer Mauer ansiedeln, haben sich auch politische Initiativen aufgemacht, das scheinbar feste Gefüge der herrschenden »kleinen« wie »großen« Politik an einigen Stellen zu lockern und aufzusprengen.

Die Bewegungsstiftung will dazu beitragen, dass diese Pflanzen langfristig an Kraft gewinnen. Deshalb nutzt die Stiftung ihre begrenzten Mittel zur Förderung und Beratung sozialer Bewegungen und ihrer Kampagnen.


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