Bewegungsstiftung

Hagen Kopp

Hagen Kopp bei der Beratung im Hanauer Flüchtlingscafe.

Hagen Kopp (geb. 1960) ist seit Ende der 70er Jahre aktiv in sozialen Bewegungen, zunächst in den Bereichen Antimilitarismus und Ökologie, seit Ende der 80er Jahre mit Schwerpunkt auf Antirassismus und Migration. Seit 1992 unterstützt er den täglichen Kampf von Flüchtlingen und MigrantInnen für ihren Aufenthalt und ihre sozialen Rechte: mit rechtlicher Beratung, in kollektiven Bleiberechtsinitiativen mit den Betroffenen sowie mit Demonstrationen und Kampagnen gegen Abschiebungen.

1997 gehörte Hagen Kopp zu den Mitbegründern des bundesweiten Netzwerks „kein mensch ist illegal“, das sich mit einem vielbeachteten offensiven Aufruf gegen die Kriminialisierung der „Sans papiers“ (Papierlosen) stellte. Mit „Stop Deportation Class“ entwickelte „kein mensch ist illegal“ 1998 bis 2001 eine gleichermaßen kreative wie effektive Kampagne, die sich gegen Fluggesellschaften richtete, die am Geschäft mit den Abschiebungen beteiligt sind. Der Erfolg dieser „Imageverschmutzungskampagne“ war so groß, dass Lufthansa daraufhin bekanntgab, dass Menschen "gegen ihren erkennbaren Willen" nicht mehr transportiert würden: ein Teilerfolg, der seitdem vielen sich weigernden Flüchtlingen die Abschiebung erspart hat.

Hagen Kopp im Juni 2008 bei der Demonstration vor der Frontex-Zentrale in Warschau.

Hagen Kopp hat in den vergangenen 20 Jahren zudem zahlreiche „Nobordercamps“ mit organisiert: antirassistische Aktionswochen, die den jeweiligen Brennpunkten des europäischen Grenzregimes folgen. Wurden Ende der 90er Jahre die Zelte zunächst an Oder und Neiße aufgestellt, fand 2007 ein Nobordercamp in der Westukraine statt. Im Sommer 2009 folgte eine Protestwoche auf der griechischen Insel Lesbos, denn hier operiert Frontex, die europäische Grenzschutzagentur und Symbol der militarisierten und oft tödlichen Vorverlagerung der Migrationskontrolle.
Auf Lesbos protestierten die AktivistInnen mit betroffenen Flüchtlingen erfolgreich für die Auflösung eines Internierungslagers, und aus diesem gemeinsamen Kampf entstand das Netzwerk Welcome to Europe mit einer viersprachigen Onlineplattform, die MigrantInnen quer durch Europa Kontakte, Informationen und Unterstützung anbietet.

Vor dem Hintergrund mehrerer tausend Boatpeople, die in den vergangenen Jahren zwischen Italien und Nordafrika ums Leben gekommen sind, hat unser Bewegungsarbeiter seit 2011 einen neuen Schwerpunkt gesetzt. Er ist regelmäßig in Tunesien unterwegs, knüpft dort Kontakte zu Menschenrechtsgruppen und war 2013 am Aufbau der transnationalen Monitoring-Plattform „Watch the Med“ beteiligt. Aus diesen Recherchen und Gesprächen mit Überlebenden entstand die Idee des Alarm Phone, einer Hotline, die rund um die Uhr von sich abwechselnden Schichtteams für Geflüchtete und MigrantInnen in den Booten erreichbar ist und die in Echtzeit alles dafür tut, dass diese so schnell wie möglich gerettet werden. Seit dem Start im Herbst 2014 gab es Kontakt und Hilfeleistungen zur Seenotrettung für über 2500 Boote in allen Regionen des Mittelmeeres. Mit inzwischen rund 200 Aktiven aus vielen Ländern und in vielen Sprachen hat sich aus diesem Projekt eines der kontinuierlichsten und aktivsten transnationalen Netzwerke für das Recht auf Bewegungsfreiheit entwickelt.

 „Freedom of Movement“ lautet die zentrale Forderung von Flüchtlingen und MigrantInnen aus dem globalen Süden. Globale Bewegungsfreiheit ist für Hagen Kopp ein legitimes Recht, das gegen das weltweite Ausbeutungsgefälle gerichtet und zu verteidigen ist. Für ihn steht diese Forderung im Kontext eines umfassenden Kampfes um globale soziale Rechte. Dementsprechend engagiert er sich auch immer wieder in themen- und spektrenübergreifenden Projekten, wie im Netzwerk der Solidarity Cities und aktuell insbesondere in der Initiative „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?!“

2016 hat sich Hagen Kopp mit seiner lokalen Gruppe „Lampedusa in Hanau“ am Aufbau von „We`ll Come United“ beteiligt. Dieses bundesweite Netzwerk der antirassistischen Bewegung hat 2017 erstmals eine große Parade mit ca. 10.000 TeilnehmerInnen in Berlin organisiert, 2018 kamen zur zweiten Parade in Hamburg sogar 30.000 Menschen zusammen. Nie zuvor war es in Deutschland gelungen, solch große Manifestationen für den Kampf um Bewegungsfreiheit zusammen auf die Strasse zu bringen.

Einige Links zu Webseiten von Initiativen, an denen Hagen Kopp beteiligt ist:

Überblicksseite mit monatlichem Newsletter zur antirassistischen Bewegung:
kompass.antira.info
Lokale Initiative:
lampedusa-in-hanau.antira.info
Bundesweites Netzwerk:
www.welcome-united.org
antiracist-parade.org

Zu transnationalen Netzwerken und Kampagnen:
alarmphone.org
w2eu.info
watchthemed.net

Zu themenübergreifenden Initiativen:
solidarity-city.eu
welche-gesellschaft.org


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