Bewegungsstiftung

Förderprojekte im Jahr 2018

Digitalcourage

Die Stiftung bridge hat 2017 eine Basisförderung an Digitalcourage in Höhe von 50.000 Euro vergeben. Damit will der Verein eine starke Gemeinschaft von UnterstützerInnen aufbauen, die sich für Bürgerrechte und Datenschutz engagieren.
Digitalcourage ist ein Förderprojekt der Stiftung bridge, die zum 1.1.2020 in der Bewegungsstiftung aufgegangen ist.
Förderung: 50.000 Euro

https://digitalcourage.de/

Familienleben für alle

Die Initiative „Familienleben für Alle!“ ist ein kleines bundesweites Netzwerk von Flüchtlingen mit subsidiärem Schutz und anderen Aktivist*innen, das gegen die weitgehende Aussetzung des Familiennachzugs protestiert. Die Initiative lehnt auch den neuen Gesetzentwurf der Bundesregierung ab, der vorsieht, dass ab August monatlich nur 1.000 Menschen aus „humanitären Gründen“ zu Familienangehörigen nach Deutschland nachziehen dürfen. Mit Protestaktionen und Medienarbeit wollen die Aktiven stattdessen dafür streiten, dass Grundrechte unabhängig von Herkunft und Aufenthaltstitel für alle gelten.

http://familienlebenfueralle.net/

Weg mit § 219a - Recht auf Information zu Schwangerschaftsabbrüchen

Im November 2017 wurde die Gießener Frauenärztin Kristina Hänel zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie auf ihrer Webseite darüber informierte, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Radikale AbtreibungsgegnerInnen hatten sie aufgrund des Paragrafen 219a des Strafgesetzbuches angezeigt, der das „Werben“ für Schwangerschaftsabbrüche verbietet. Als „Werbung“ definiert der Paragraf schon die bloße Information, das ÄrztInnen Abbrüche vornehmen. Das Urteil löste breite gesellschaftliche Empörung aus. Einige Bundesländer haben eine Bundesratsinitiative zur Streichung des § 219a gestartet. Im Bundestag arbeiten SPD, Linke und Grüne an entsprechenden Gesetzesentwürfen. Das Bündnis für sexuelle
Selbstbestimmung will mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Vernetzung und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit den gesellschaftlichen Druck weiter erhöhen, damit der § 219a tatsächlich gestrichen und nicht nur abgeschwächt wird.
Förderung: 5.700 Euro

www.sexuelle-selbstbestimmung.de

Logistikgebiet, bleib uns vom Acker!

Die Kampagne „Logistikgebiet, bleib uns vom Acker“ will den Bau von riesigen Logistikhallen auf bestem Ackerboden im nordhessischen Neu-Eichenberg und darüber hinaus verhindern und hinterfragt die gesellschaftliche Notwendigkeit von neu geplanten Logistikflächen im Allgemeinen. Getragen wird die Kampagne von der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Neu-Eichenberg in Zusammenarbeit mit dem Verein Gemüsekollektiv Dorfgarten. Ziel ist es, den Bau eines rund 80 Hektar großen Sondergebiets Logistik zu verhindern, ohne, dass die betroffene Gemeinde in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Dieses Ziel wollen die Aktiven über kreative und bunte Protestaktionen erreichen, die sowohl den Investor als auch die Gemeindevertretung zum Rückzug bewegen sollen. Sollte es gelingen, hier eines der größten zusammenhängenden Logistikgebiete Deutschlands zu verhindern, würde das andere Initiativen stärken, die sich gegen die Versiegelung von Ackerflächen und für Klimaschutz engagieren.
Förderung: 11.100 Euro
https://neb-bleibt-ok.de/

ReplacePlastic

Plastikmüll im Meer bedroht das gesamte Ökosystem. Trotzdem werden im Supermarkt weiterhin fast alle Produkte in Plastik verpackt. Der Verein „Küste gegen Plastik“ möchte mit seiner Kampagne „ReplacePlastic“ Kund*innen die Möglichkeit geben, den Anbietern direkt mitzuteilen, dass sie sich Verpackungen ohne Plastik wünschen. Dafür hat die Kampagne die Smartphone-App ReplacePlastic entwickelt. Mit dieser App wird der Strichcode eines Produktes von den Kund*innen gescannt. Damit erzeugen sie eine E-Mail, die automatisiert an den Anbieter gesendet wird, und ihn über den Wunsch nach einer Verpackung ohne Plastik informiert. Durch diese direkte Rückmelde-Möglichkeit steigt der Druck auf die Hersteller, nach besseren Lösungen zu suchen. 
Förderung: 15.000 Euro
replaceplastic.de

Foto: Rainer Sturm/Pixelio

Einfach einsteigen

Öffentlicher Nahverkehr ist ein zentraler Baustein für eine Verkehrswende. Er soll Autos von der Straße holen, sozial inklusiv sein und attraktive Mobilität für alle bieten. Um diese Ziele zu erreichen, will die Kampagne in der Stadt Bremen über eine solidarische Umlagefinanzierung ticketlosen Nahverkehr durchsetzen. Die Kampagne soll dabei als Vorbild für andere Städte und Gemeinden dienen. Mit Pressearbeit, Hintergrundgesprächen und Veranstaltungen wollen die Aktiven Einfluss auf die politische Debatte nehmen und erreichen, dass nach der Landtagswahl im Mai 2019 ein entsprechender Grundsatzbeschluss gefasst wird und Maßnahmen zur Umsetzung bis 2023 eingeleitet werden.
Förderung:14.250 Euro

https://einsteigen.jetzt/

Unabhängige Internationale Kommission zur Aufklärung der Wahrheit über den Tod von Oury Jalloh

Die Initiative führt seit 2005 eine Kampagne zur aktiven und entschlossenen Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh, der am 7. Januar 2005 in einer Dessauer Polizeizelle verbrannt wurde. Hierzu hat die Initiative Anfang 2018 eine unabhängige internationale Kommission mit anerkannten Expert*innen in verschiedenen Fachbereichen aus mehreren Ländern ins Leben gerufen. Sie soll den Fall analysieren, einordnen sowie ihre Ergebnisse öffentlichkeitswirksam vorstellen. Ziel ist es, die Strukturen und Personen hinter drei unaufgeklärten Todesfällen im Dessauer Polizeirevier von 1997 bis 2005 aufzuklären und Druck auf die deutsche Justiz und die politisch Verantwortlichen aufzubauen, die in diesem Oury-Jalloh-Komplex de facto nichts unternehmen.
Förderung: 5.000 Euro
https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/

Project.Shelter

Project.Shelter ist ein Zusammenschluss von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte und setzt sich seit über drei Jahren politisch für die Belange von durch Obdachlosigkeit bedrohten oder betroffenen Migrant*innen ein. Die Initiative wird getragen vom Verein Turn the corner. Die Organisation bringt Protest in unterschiedlichen Formen auf die Straße und streitet für ein selbstverwaltetes migrantisches Zentrum in Frankfurt als sicheren Ort und Ausgangspunkt politischer Arbeit. Nun will Project.Shelter seine solidarische Arbeit professionalisieren, ein nachhaltiges Fundraising aufbauen und seine konzeptionelle Arbeit weiterentwickeln. Die Bewegungsstiftung unterstützt diesen Entwicklungsschritt bis 2021 mit einer Basisförderung von 60.000 Euro.
https://turnthecorner.de/

Foto: Nick Jaussi

Seebrücke - Schafft sichere Häfen!

Seit Jahren sterben tausende Menschen im Mittelmeer, weil keine sicheren Fluchtwege nach Europa existieren. Die Überlebenschancen für Menschen auf der Flucht sinken weiter, da die zivile Seenotrettung in den letzten Monaten stark eingeschränkt und kriminalisiert wurde. Die Bewegung „Seebrücke – Schafft sichere Häfen“ fordert eine Ende der Repression gegen die zivile Seenotrettung und sieht sich als Gegenpol zu dem massiven Rechtsruck der letzten Jahre. Statt Abschottung fordert sie ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen und mobilisiert viele Menschen zum Protest. Allein in den ersten zwei Monaten nach Start der Bewegung fanden über 160 Aktionen und Demonstrationen mit knapp 60.000 Teilnehmenden in ganz Deutschland statt. Damit daraus eine langfristige und starke zivilgesellschaftliche Bewegung entstehen kann, sollen nun Honorarkräfte eingestellt werden. Die Bewegungsstiftung unterstützt diesen Entwicklungsschritt mit 15.000 Euro Eilförderung.

seebruecke.org

Energiaklub

Im Süden Ungarns um die Stadt Pécs droht ein Revival der Atomenergie. Neben dem Bau des Atomkraftwerks Paks II gibt es Pläne, den Uranabbau wieder aufzunehmen und ein Atomendlager zu bauen. Die ungarische NGO Energiaklub will der Pro-Atom-Propaganda etwas entgegensetzen und die Menschen darüber informieren, dass hier ihre Interessen unter die der Investoren gestellt werden. Damit soll das Thema ins Zentrum der Lokalwahlen 2019 gerückt werden. Mit Protestaktionen und Pressearbeit wollen die Aktiven Widerstand gegen die Pläne mobilisieren. Unterstützt wird die Kampagne von unserem langjährigen Förderprojekt urgewald.
Förderung: 14.550 Euro

www.energiaklub.hu

Stay Grounded

Fliegen ist die klimaschädlichste Art der Fortbewegung. Trotzdem nimmt der Flugverkehr immer mehr zu. Statt Privilegien der Luftfahrt zu streichen, dominieren Illusionen über nachhaltiges Fliegen und Greenwashing die Debatte. Das internationale Netzwerk "Stay Grounded" will politisch Druck machen, damit der Flugverkehr insgesamt begrenzt wird, etwa durch die Einführung von Kerosinsteuern. Dazu plant das Netzwerk medienwirksame Aktionen an Flughäfen weltweit und einen strategischen Bewegungsaufbau über Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzungstreffen.
Förderung: 15.000 Euro

www.stay-grounded.org

Goliathwatch

Wer bei Google Suchbegriffe eingibt, bekommt automatische Vervollständigungen angeboten, die häufig ganze Gesellschaftsgruppen diskriminieren (z.B. „"Frauen sind... des Lebens nicht würdig" oder "Flüchtlinge sollen... abhauen"). Das Problem: Viele NutzerInnen übernehmen diese Suchvorschläge und betrachten sie als Wahrheit. Das zerstört den demokratischen öffentlichen Raum. Die konzernkritische NGO Goliathwatch skandalisiert diese Diskriminierung mit Protestaktionen und bietet Widerstandsmöglichkeiten an.
Goliathwatch ist ein Förderprojekt der Stiftung bridge, die zum 1.1.2020 in der Bewegungsstiftung aufgegangen ist.
Förderung: 8.500 Euro

www.goliathwatch.de

Killerroboter stoppen!

Der Einsatz autonomer Waffensysteme und das damit einhergehende Übertragen von Tötungsentscheidungen von Menschen an Algorithmen verstößt gegen Völkerrecht und ist ethisch nicht vertretbar. Die internationale Kampagne "Killer-Roboter stoppen!" will deshalb ein völkerrechtliches Verbot autonomer Waffensysteme  erreichen. Der Verein Facing Finance koordiniert die Aktivitäten in Deutschland und will mit medienwirksamen Aktionen vor dem Brandenburger Tor und Recherchen auf Waffenmessen den Druck auf die Bundesregierung verstärken, damit sich diese für ein völkerrechtlich verbindliches Verbot von Killer-Robotern einsetzt.
Förderung: 10.000 Euro

www.killer-roboter-stoppen.de/

Konstanzer Bündnis für gerechten Welthandel

Das Konstanzer Bündnis für gerechten Welthandel will die Ratifizierung des Handelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada im Bundesrat verhindern und setzt dabei auf Proteste in Baden-Württemberg. Denn aufgrund der aktuellen politischen Zusammensetzung in der Länderkammer haben es die baden-württembergischen Grünen in der Hand: Stimmen sie gegen das Abkommen, das soziale Rechte und Umwelt gefährdet und Investoren Sonderklagerechte einräumt, dann könnte CETA scheitern – und zwar grundsätzlich. Mit einer Infokampagne will das Bündnis Druck machen auf die eher wirtschaftsnahen Grünen in Baden-Württemberg, damit die Partei zu ihrem Wahlversprechen steht und Haltung zeigt.
Förderung: 6.800 Euro

www.konstanz-gegen-ttip.de

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