Bewegungsstiftung

Förderprojekte im Jahr 2012

Roma-Center Göttingen

Das Roma-Center Göttingen setzt sich für die Rechte von Roma in Deutschland ein. Die Aktiven versuchen Abschiebungen von geduldeten Roma aus dem Kosovo zu verhindern. Sie treten aber auch für mehr Chancengleichheit in der Bildung, eine ausgewogene Darstellung von Roma in den Medien, sowie für die Gleichberechtigung von Roma-Frauen ein. Der Verein will Roma und besonders Romafrauen, die bisher selten öffentlich aktiv sind, dabei unterstützen, ihre Rechte gegenüber der Politik und Gesellschaft einzufordern. Dazu sollen Regionalstandorte aufgebaut und Kampagnen, Fundraising- und Pressestrategien entwickelt werden. Die Bewegungsstiftung unterstützt diesen Organisationsaufbau in Kooperation mit der Stiftung :do mit 52.000 Euro verteilt über drei Jahre. 2011 und 2010 hatte die Bewegungsstiftung bereits die Bleiberechtskampagne des Roma-Centers „alle bleiben!“ mit 13.100 Euro gefördert.

www.roma-center.de

Pinkstinks

Pinkstinks kämpft gegen die rosa Glitzerwelt in den Kinderzimmern und Werbekampagnen, die Mädchen eine limitierende Rolle zuschreiben. Denn auch wenn oft argumentiert wird, dass die rosa Welle eine Phase in der Mädchenkindheit ist, die vorübergeht, stellt sie die Weichen für eine unkritische Haltung gegenüber Mode- und Diätdiktaten von Bravo bis zu Model-Shows. Außerdem richtet sich Pinkstinks gegen vermeintlich ironisch gemeinte sexistische Werbekampagnen, die auch von Kindern konsumiert werden, wie zum Beispiel die Sportschau-Werbung „Männer waren schon immer so“. Denn Kinder verstehen Ironie erst ab dem achten Lebensjahr. Bisher ist Pinkstinks einzelne Werbekampagnen direkt angegangen, nun will die Gruppe mit einer Petition Druck auf den Deutschen Werberat als Kontrollgremium der Branche machen. Dieser soll mehr Rügen aussprechen und damit Kinder besser vor stereotypen Rollenbildern schützen. Die Bewegungsstiftung fördert die Kampagne zum Deutschen Werberat mit 7.000 Euro.

http://www.pinkstinks.de

Gegenstrom 13

Klimaschädlich und völlig unwirtschaftlich – kaum ein Kraftwerk steht seit seiner Planung so in der Kritik wie das Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg. Trotzdem soll der Meiler des Stromkonzerns Vattenfall 2014 ans Netz gehen. Noch vor der geplanten Inbetriebnahme will die Kampagne Gegenstrom 13 auf einen weiteren Skandal hinweisen: Das Kraftwerk Moorburg soll vor allem mit Kohle aus Kolumbien befeuert werden, deren Abbau massive Vertreibungen und Umweltzerstörung verursacht. Dagegen, sowie überhaupt gegen das Kohlekraftwerk, will das Bündnis im kommenden Jahr mit Aktionen, Veranstaltungen und einer symbolischen Elbblockade pünktlich zum Geburtstag des Hamburger Hafens protestieren.
Die Bewegungsstiftung fördert diese Aktivitäten mit 10.000 Euro

www.gegenstrom13.de

ExChains

Viele Überstunden, niedrige Löhne, Leistungsdruck und Repression – das sind die Bedingungen unter denen TextilarbeiterInnen in Südostasien Kleidung für den Einzelhandel bei uns herstellen. Die großen Handelskonzerne könnten etwas an den Produktionsbedingungen ändern, wenn sie höhere Stückpreise zahlen und auf ihre Zulieferer einwirken würde. Um die Konzerne zum Handeln zu bewegen, will die Kampagne ExChains Proteste und Aktionen sowohl von Beschäftigten und Betriebsräten des Einzelhandels als auch von außerbetrieblichen Aktivisten organisieren. Mit Flugblattaktionen, Straßentheater und Interviews soll erreicht werden, dass die Konzerne die Listen ihrer Zulieferer offen legen und diese dazu verpflichten, Brandschutzbestimmungen einzuhalten, Gewerkschaften zuzulassen und höhere Löhne zu zahlen. Die Bewegungsstiftung fördert die Kampagne mit 12.000 Euro.

http://www.tie-germany.org

Berliner Energietisch

Das Bündnis Berliner Energietisch engagiert sich dafür, dass das Stromnetz in Berlin wieder in öffentliche Hand übergeht und ökologische und demokratisch kontrollierte Stadtwerke gegründet werden. Doch die CDU, die in Berlin zusammen mit der SPD regiert, lehnt eine Rekommunalisierung rigoros ab. Damit die BürgerInnen selbst über die Energieversorgung in ihrer Stadt abstimmen können, hat der Energietisch deshalb ein Volksgesetzgebungsverfahren in Gang gebracht. Die erste Hürde ist bereits genommen - 30.000 Unterschriften hat die Kampagne gesammelt, um ein Volksbegehren auf den Weg zu bringen.  Nun muss das Bündnis weitere 200.000 Unterschriften sammeln, damit zur Bundestagswahl 2013 ein politisch bindender Volksentscheid stattfinden kann. Die Bewegungsstiftung unterstützt die Kampagne mit 15.000 Euro. Den Kampagnenschritt zum Volksbegehren hatte die Bewegungsstiftung seit 2011 bereits mit 10.000 Euro unterstützt.

www.berliner-energietisch.net

Hier geht es zum Interview mit Stefan Taschner vom "Berliner Energietisch"

Für Kriegsdienstverweigerung in der Türkei

Die Kampagne „Kriegsdienstverweigerung in der Türkei“ setzt sich für die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht ein. Türkische Verweigerer müssen bislang mit Verfolgung und Inhaftierung rechnen. Nachdem der Europarat auf eine gesetzliche Regelung drängt und türkische Gerichte erstmals Urteilen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte folgen, muss nun die Regierung Stellung beziehen. Die Kampagne - vorangetrieben von aktiven Gruppen in der Türkei, einem internationalen Bündnis und dem Verein Connection e.V. - will mit öffentlichen Protestaktionen und internationaler Lobbyarbeit die politisch-rechtliche Situation für den Wandel nutzen. Zuschuss: 12.000 Euro

http://www.connection-ev.de

Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution: jetzt!

Ziel der Kampagne ist eine Gesetzesänderung, die Opfern von Frauenhandel und Zwangsprostitution ein unbefristetes Aufenthaltsrecht in Deutschland einräumt. Derzeit werden Betroffene aus Drittstaaten, die der sexuellen Ausbeutung entkommen können, als illegal eingereiste Ausländerinnen eingestuft und in vielen Fällen abgeschoben. Einen befristeten Aufenthaltsstatus erreicht nur, wer gegen die Peiniger aussagt. Auch eine psychosoziale Betreuung sieht das deutsche Recht nicht vor. Die Kampagne will mit bundesweiter Öffentlichkeitsarbeit, Unterschriftenaktion und Aktionstheater in 22 Städten das Thema in die Öffentlichkeit bringen und Druck auf die politischen Akteure aufbauen: Im Zuge der Umsetzung der EU-Richtlinie (2011/36/EU) zum Menschenhandel steht das Thema im Frühjahr 2013 im Bundestag auf der Agenda.

Foto: Reden International

Zuschuss: 15.000 Euro

www.frauenrechte.de

Hier geht es zum Interview mit Anna Hellmann von "Terre des Femmes"

Adopt a Revolution

Die Kampagne „Adopt a Revolution – den syrischen Frühling unterstützen“ vermittelt Revolutionspatenschaften für die junge syrische Demokratiebewegung und will durch die Stärkung der zivilen Kräfte des Aufstands einer militärischen Eskalation entgegenwirken. Sie unterstützt die Arbeit der Lokalen Komitees vor Ort, die Proteste gegen die Diktatur Assads und einen Aufstand ohne Waffen propagieren. 1.400 Menschen sind bis März 2012 eine Revolutionspatenschaft eingegangen. Darüber hinaus will „Adopt a Revolution“ einen Austausch zwischen syrischen AktivistInnen und SpenderInnen in westlichen Staaten ermöglichen. Die Kampagne wurde 2011 initiiert und erstmals per Eilantrag gefördert. Die Bewegungsstiftung unterstützt die Arbeit nun mit einer Anschlussförderung.

Zuschuss: 10.000 Euro, 5.000 Euro Ausfallbürgschaft

www.adoptrevolution.org

Hier geht es zum Interview mit Andre Find von "Adopt a Revolution"

Saatgutkampagne

Freies Saatgut ist die Grundlage für die Nahrungsmittelproduktion weltweit. Dies ist jedoch akut bedroht durch Monopole internationaler Konzerne und durch die EU-Gesetzgebung, die die Verwendung bäuerlichen Saatgutes immer mehr einschränkt. Die Kampagne will mit Saatgut-Tauschbörsen, Workshops und Mitmach-Kampagnen gegen die Verschärfung der EU-Gesetze protestieren und Druck auf die Verantwortlichen machen. Die Kampagne informiert dafür über den Gesetzgebungsprozess in der EU, baut die europaweite Vernetzung von Saatgut-Initiativen auf und koordiniert gemeinsame Protestaktionen. Die Bewegungsstiftung hat die Saatgutkampagne bereits 2010 mit 15.000 Euro unterstützt. Sie erhielt dann den Zuschlag für eine zweite Förderung in Höhe von 10.000 Euro. 

http://www.saatgutkampagne.org

Schulfrei für die Bundeswehr

Die Kampagne, die von FriedensaktivistInnen aus Baden-Württemberg getragen wird, setzt sich gegen die Werbemaßnahmen der Bundeswehr an Schulen ein. Durch die in vielen Bundesländern unterzeichneten Kooperationsabkommen zwischen Bundeswehr und Bildungsministerien wird es der Bundeswehr erleichtert, Jugendoffiziere in die Schulen zu schicken. Auch in Baden-Württemberg existiert eine solche Kooperationsvereinbarung seit 2009. Mit Postkarten, Flyern, Demos und Aktionen will die Kampagne den Druck auf die rot-grüne Landesregierung erhöhen und diese dazu bewegen, die Kooperations-vereinbarung noch in diesem Schuljahr zu kündigen.

Zuschuss: 7.000 Euro

http://www.schulfrei-für-die-bundeswehr.de

Betriebe in Belegschaftshand

Wenn Finanzinvestoren Betriebe übernehmen, hat das häufig den Ausverkauf der Unternehmen und den Abbau der Belegschaft zur Folge. Dass es hierzu eine Alternative gibt, will die Kampagne »Betriebe in Belegschaftshand« am Beispiel des Öko-Textilversands Hessnatur beweisen. Als im Dezember 2010 bekannt wurde, dass ein Rüstungsinvestor Hessnatur kaufen will, gründete die Kampagne zusammen mit dem Betriebsrat und anderen Gruppen die Genossenschaft hnGeno. Diese sammelt nun Kapital ein, um beim Verkauf mit bieten zu können. Die Kampagne wird diesen Prozess weiter begleiten und damit für ein alternatives, solidarisches Wirtschaften werben.

Zuschuss: 6.500 Euro

http://www.solidarische-oekonomie.de

Stop Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Seit Jahrzehnten werden in Deutschland Menschen mit »uneindeutigen« körperlichen Geschlechtsmerkmalen im Kleinkindalter mit Operationen und Hormongaben zu Mädchen oder Jungen gemacht. Dabei können diese Eingriffe schwere physische und psychische Schäden verursachen. Die Kampagne »Stop Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!« will das Thema in die Öffentlichkeit tragen, das Recht auf körperliche Unversehrtheit durchsetzen und ein Verbot der Verstümmelungen erreichen.

Foto: Dominik Huber

Zuschuss: 9.000 Euro       

zwischengeschlecht.org

Robin Wood

Robin Wood ist seit 1982 als basisdemokratische Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt tätig. Zur Zeit ist die Organisation besonders aktiv an den Anti-Atom-Protesten beteiligt. Seit ihrer Gründung haben sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen stark verändert. Robin Wood will die eigenen Strukturen an die gelebte Realität anpassen, damit die Organisation auf einem soliden Fundament steht und ihre politische Schlagkraft weiter entfalten kann. Hierfür hat Robin Wood einen basisdemokratisch angelegten Organisationsentwicklungsprozess in Gang gebracht. Diesen Entwicklungsschritt unterstützt die Bewegungsstiftung mit einer Basisförderung bis Oktober 2012 in Höhe von 30.000 Euro.

Foto: Grodotzki/Robin Wood

http://www.robinwood.de

Gemeingut in BürgerInnenhand

Die Organisation ist aus der Attac-Kampagne »PPP Irrweg« hervorgegangen, die wir seit 2009 unterstützen. »Gemeingut in BürgerInnenhand« will Privatisierungen von öffentlichem Eigentum stoppen. Denn wenn Krankenhäuser, Straßen und Wasserversorgung in private Hand geraten, werden Kommunen von Eigentümern zu Mietern. Die hohen Kosten für die gemietete Infrastruktur müssen die BürgerInnen tragen. Um diesen Raubbau am gesellschaftlichen Eigentum zu stoppen, will die Organisation ein Aktionsbüro aufbauen und lokale Initiativen vernetzen. Sie erhält von 2011 bis 2013 eine Basisförderung von 60.000 Euro.

http://blog.gemeingut.org

»Kampagne für saubere Kleidung«

T-Shirts für 2 Euro, Hosen für 3,50 – so billig sind Kleidungsstücke bei Lidl, Kik und Aldi. Für die NäherInnen in den Herstellerländern ist der Preis dagegen hoch. Sie arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen für einen Hungerlohn. Die Discounter-Kampagne der »Kampagne für saubere Kleidung« kämpft gegen die Niedrigpreispolitik der Discounter.  Sie fordert von der Bundesregierung einen Beschluss, der Unternehmen verpflichtet, Sozialstandards in der Lieferkette einzuhalten. Die Bewegungsstiftung unterstützt die Discounterkampagne mit einer Basisförderung von 45.000 Euro.

http://www.sauberekleidung.de

Initiative für Transparenz und Demokratie - LobbyControl

Neoliberale und wirtschaftsnahe Eliten nehmen immer stärker Einfluss auf Politik und Öffentlichkeit. Dies geschieht selten in einem offenen demokratischen Prozess, sondern vielfach durch intransparente Einflussnahme, z.B. durch Think Tanks, wirtschaftsnahe Kampagnen, PR-Tricks und Lobbying hinter den Kulissen. LobbyControl klärt über diese Verwicklungen und Einflussstrategien auf und streitet für eine lebendige und transparente Demokratie.
Die Bewegungsstiftung hat den Aufbau von LobbyControl von 2006 bis 2010 mit einer Basisförderung in Höhe von insgesamt 64.000 Euro gefördert. Von 2011 bis 2013 unterstützen wir den Aufbau eines Büros in Berlin (im Februar 2012 eröffnet), den Ausbau der Organisationsstruktur und die Entwicklung der Informations-Internetseite Lobbypedia (im Juni 2012 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet) mit einer zweiten Basisförderung in Höhe von 90.000 Euro.

www.lobbycontrol.de

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen

Die Karawane ist ein bundesweites Netzwerk, das sich für die sozialen und politischen Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen in Deutschland engagiert. Die Karawane erhält in den kommenden drei Jahren eine Basisförderung in Höhe von 16.000 Euro.

http://www.thecaravan.org

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