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Förderprojekte

Stand 11/2022

#PayYourWorkers

Die Initiative der Kampagne für Saubere Kleidung streitet dafür, dass Arbeiter*innen der Bekleidungsindustrie bei Entlassung ausstehende Löhne und Abfindungen erhalten. Denn in der Corona-Krise haben viele deutsche Modefirmen ihre Produktionsaufträge storniert und den Textilarbeiter*innen die Abfindungen vorenthalten. Mit Eilaktionen, Öffentlichkeitsarbeit und Protesten will die Initiative Druck auf die Unternehmen machen, damit diese die volle Verantwortung für ihre Lieferkette übernehmen. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung von Sozialschutzsystemen in den Produktionsländern.
Kampagnenförderung: 15.000 Euro
https://saubere-kleidung.de/payyourworkers/


„Bleiberecht für alle statt Chancenfalle!“

Die Bundesregierung will bis Ende 2023 mit vier Gesetzespaketen die migrations- und flüchtlingspolitischen Versprechungen ihres Koalitions­vertrags umsetzen. Das erste dieser Gesetzespakete enthält das "Chancen-Aufenthaltsrecht", das den Zugang zum Bleiberecht für lange in Deutschland lebende geduldete Geflüchtete erleichtern soll. Doch sollte der Gesetzentwurf wie geplant verabschiedet werden, werden viele wie bisher keine Chance auf ein Aufenthaltsrecht haben. Das Netzwerk „BLEIBERECHT FÜR ALLE statt Chancenfalle!“ fordert stattdessen  ein bedingungsloses stichtagsunabhängiges Aufenthaltsrecht für alle, die bereits in Deutschland leben, das nicht vom Pass oder anderen Dokumenten abhängt oder an diskriminierenden Ausschlussgründen scheitert. Mit Medien-Arbeit und Protestaktionen will das Bündnis die Öffentlichkeit informieren und auf das Gesetzgebungsverfahren Einfluss nehmen.
Kampagnenförderung: 15.000 Euro
https://bleiberecht-statt-chancenfalle.net


Für ein grünes Hamburg

Der Verein „Für ein grünes Hamburg“ will Grün- und Landwirtschaftsflächen in Hamburg, die über ein Hektar groß sind, vor der Bebauung schützen. Ziel ist es, die weitere Erwärmung der Stadt, den Verlust von Naherholungsflächen und den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen. Die vom Verein unterstützte Volksinitiative „Rettet Hamburgs Grün - Klimaschutz jetzt!“ war bereits erfolgreich und wird aktuell vom Hamburgischen Verfassungsgericht geprüft. Um den politischen Druck bis zum Start des Volksbegehrens (zweite Stufe der Volksgesetzgebung) hoch zu halten, setzt die Kampagne auf Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen. Wir unterstützen diese Phase mit 15.000 Euro Kampagnenförderung.

rettet-hamburgs-gruen.de


„Beihilfe zur Bewegungsfreiheit - Entkriminalisierung von Fluchthilfe, jetzt!”

Seit Jahren kriminalisiert die EU unerwünschte Migration rechtlich wie diskursiv. Die Beihilfe zur Ein- und Durchreise wird dabei primär als Geschäft krimineller Schmugglernetzwerke dargestellt, um so repressive Politik zu legitimieren und gleichzeitig einen Sündenbock für das Leiden und Sterben an Europas Grenzen vorzuweisen. Die Kampagne „Beihilfe zur Bewegungsfreiheit - Entkriminalisierung von Fluchthilfe, jetzt!” interveniert in den dominierenden Diskurs von den "bösen Schmugglern". Durch ein Kampagnenvideo, eine Social-Media-Kampagne, eine Plakataktion und die öffentliche Begehung des #TagdesSchmuggels wollen die Aktiven irritieren und eine Vision von einem politischen Wandel hin zu Bewegungsfreiheit und Bleiberecht für alle entwickeln.

Kampagnenförderung: 15.000 Euro

https://www.borderline-europe.de/


OHa! Ein offenes Haus für Frankfurt

Die Initiative streitet für den Erhalt und die Weiterentwicklung des derzeitigen Studierendenhauses der Uni Frankfurt am Main zum soziokulturellen Zentrum in Selbstverwaltung. Mit einer Plakat- und Social-Media-Kampagne, Crowdfunding und öffentlichen Aktionen wollen die Aktiven Druck auf Stadt Frankfurt und ihre Wohnungsbaugesellschaft aufbauen und selbst Spenden einwerben, um die Anschubfinanzierung für das künftige soziokulturelle Zentrum zu sichern.
Kampagnenförderung: 15.000 Euro
www.ohdk.de


Bloque Latinoamericano Berlin

Der Bloque Latinoamericano Berlin ist eine politische Basisorganisation, die die sozialen Kämpfe in Lateinamerika unterstützt und Migrant*innen in Berlin bei der Selbstorganisation hilft. Nun will das Kollektiv weiter wachsen und seine Arbeit verstetigen. Die Bewegungsstiftung unterstützt diesen Schritt mit 10.000 Euro Starthilfe-Förderung

bloquelatinoamericanoberlin.org


Language Justice Network

Das Language Justice Network ist ein unbezahltes aktivistisches Netzwerk, das Dolmetschlösungen für soziale Bewegungen anbietet und so Mehrsprachigkeit bei Camps, Konferenzen und Aktionen ermöglicht. Um den großen Bedarf abdecken zu können, will das Netzwerk neue technische Lösungen entwickeln, Vernetzung und Austausch verstärken und die eigene Arbeit sichtbarer machen.
Starthilfe-Förderung: 10.000 Euro
https://interprise.nirgendwo.info/
https://bla.potager.org/de/


Poliklinik Syndikat

Das Poliklinik Syndikat förderte bundesweit den Aufbau von solidarischen Gesundheitszentren, die sich für eine bessere Gesundheitsversorgung in unterversorgten Gebieten einsetzen und die Menschen vor Ort beim Streiten für ihre sozialen Rechte unterstützen. Nun will das Syndikat weiter wachsen und die transformative Gemeinwesenarbeit vorwärts treiben.
Starthilfe-Förderung: 9.740 Euro
www.poliklinik-syndikat.org


Recherche Zentrum Polizei

Der Mord an Oury Jalloh und viele weitere Fälle von Polizeigewalt haben gezeigt: Verbrechen, die von Polizeibeamt*innen aus menschenverachtenden Motiven begangen werden, werden juristisch kaum verfolgt. Das „Recherche Zentrum Polizei“ will dieses System der Straflosigkeit aufbrechen. Mit investigativer Faktenrecherche und in Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Opfer und deren Anwält*innen will die Gruppe zur Aufklärung von Taten beitragen.

Starthilfeförderung: 10.000 Euro


Zivilgesellschaft ohne Grenzen

Die Gruppe setzt sich für den Schutz von Aktivist*innen ein, die in ihren Herkunftsländern politisch verfolgt werden. Sie will Unterstützung leisten, um ihnen vor Ort die Weiterarbeit zu ermöglichen und im Notfall die Ausreise in ein sicheres Land zu organisieren. Dazu sollen stabile Strukturen aufgebaut und das Thema in die Öffentlichkeit getragen werden.
Starthilfeförderung: 10.000 Euro


Schule muss anders

Die Kampagne der Berliner Initiative „Schule in Not“ will ein gerechtes, gut ausgestattetes und inklusives Schulsystem für alle Kinder und Jugendlichen erkämpfen. In einer ersten Phase hat „Schule muss anders“ schon einige Ziele durchsetzen können. Mit Demos, Aktionen und guter Öffentlichkeitsarbeit haben die Aktiven 17 Millionen Euro zusätzlich für die Ausbildung von Lehrkräften und 3 Millionen Euro für multiprofessionelle Teams an Berliner Schulen erstritten.

Nun geht es darum, den Druck auf die Politik hochzuhalten und mehr Menschen für die Bildungsbewegung zu mobilisieren. Dafür will „Schule muss anders“ Stellen für die Begleitung und den Aufbau ehrenamtlicher Strukturen und die Koordination schaffen. Die Bewegungsstiftung fördert den Organisationsaufbau bis 2025 mit einer Basisförderung von insgesamt 70.000 Euro. 2021 hatten wir bereits 15.000 Euro Kampagnenförderung vergeben.

https://www.schule-muss-anders.de/

Chatkontrolle stoppen!

Die Organisation „Digitale Gesellschaft“ will mit der Kampagne die von der EU und einzelnen Staaten geplante Chatkontrolle stoppen. Der Begriff beschreibt die Überwachung und Kontrolle sämtlicher, insbesondere Ende-zu-Ende-verschlüsselter, Kommunikation aller Nutzer*innen. Die geplante Chatkontrolle schafft nicht nur neue Sicherheitslücken, sondern unterwandert die Sicherheit der Geräte selbst und führt zu einer fehler- und missbrauchsanfälligen Überwachungsinfrastruktur. Die Kampagne will die umfassende Kontrolle unserer Kommunikation und die geplante Aushebelung von Verschlüsselung durch Öffentlichkeitsarbeit in den sozialen Netzwerken, Straßenaktionen und Demos verhindern.

Förderung: 15.000 Euro

https://digitalegesellschaft.de/mitmachen/chatkontrolle-stoppen/


Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Drei Viertel der deutschen Bevölkerung haben Vorurteile gegenüber Menschen mit hohem Körpergewicht oder widersprechen diesen zumindest nicht. Diese Ablehnung beeinflusst die Chancen hochgewichtiger Menschen in allen Lebensbereichen, doch noch immer fehlt ein rechtlicher Schutz für die Betroffenen. Der Verband „Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung“ will dieses Problem mit Veranstaltungen und Aktionskunst öffentlich machen. Der Verband will erreichen, dass Gewicht als Diskriminierungskategorie in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und in Landes-Anti-Diskriminierungsgesetze der Länder Berlin, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aufgenommen wird.

Förderung: 15.000 Euro

https://gewichtsdiskriminierung.de/


Hamburg enteignet

Die Initiative „Hamburg Enteignet“ will mit einem Volksentscheid erreichen, dass große Wohnungskonzerne in Hamburg enteignet und vergesellschaftet werden, um die steigenden Mieten in der Hansestadt zu stoppen. Die Hamburger Initiative folgt damit dem Beispiel der Kampagne „Deutsche Wohnen & Co enteignen“, die 2021 in Berlin einen entsprechenden Volksentscheid gewonnen hat. Um den Volksentscheid in Hamburg durchzusetzen, wollen die Aktiven Unterschriften sammeln, Menschen vernetzen und mit Aktionen und Veranstaltungen für Öffentlichkeit sorgen.

Förderung: 15.000 Euro

http://hamburg-enteignet.de

Tschüss Erdgas

Das Bündnis „Tschüss Erdgas“ will in Potsdam ein Bürgerbegehren starten, damit die Stadt bis spätestens 2030 aus der Erdgasverbrennung aussteigt und die Strom- und Wärmeleistung durch regenerative Energieträger ersetzt. Falls nötig soll auf das Bürgerbegehren noch ein Bürgerentscheid folgen. Neben Unterschriftensammlung und Plakatwerbung setzt das Bündnis dazu auf öffentlichkeitswirksame Aktionen, Veranstaltungen und Vernetzungsarbeit. Förderung: 3.000 Euro

https://www.klimawende.org/Tschuess-Erdgas


Bekämpft die Grenzen - bekämpft den Rassismus!

Die Gruppe Bezgranica (polnisch für grenzenlos) will mit der Kampagne auf die rassistischen und unmenschlichen Praktiken an der polnischen Grenze aufmerksam machen. Während Geflüchtete aus der Ukraine problemlos in Polen Asyl erhalten, werden Geflüchtete aus anderen Ländern, die nicht als weiß, europäisch, christlich wahrgenommen werden, häufig gewaltsam von den polnischen Grenzpolizei abgewiesen. Die Kampagne will diese illegalen Pushbacks dokumentieren und öffentlich machen, Protestaktionen gegen das EU-Grenzregime durchführen, aber auch die Geflüchteten an der Grenze praktisch unterstützen. Mittelfristiges Ziel ist es, die rassistischen Praktiken an den Grenzen zu bekämpfen und die Zwei-Klassen-Flüchtlingsbehandlung zu beenden.

Förderung: 15.000 Euro


We will rise

Mit der Kampagne protestieren Geflüchtete aus Sierra Leone, die in Bayern leben, gegen intransparente Botschaftsanhörungen und drohende Abschiebungen in ihr Heimatland, wo sie Verfolgung und sexualisierter Gewalt ausgesetzt wären. Bayern droht Geflüchteten, die angeblich nicht an der Identitätsfeststellung mitwirken, mit Arbeitsverboten und Strafverfahren. Die Kampagne will diese harten Sanktionen stoppen und trägt das Thema mit einem Protestcamp in der Münchner Innenstadt, täglichen Demos, Workshops und Vernetzungsarbeit in die Öffentlichkeit.
Eilförderung: 7.500 Euro

https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/projekte/we-will-rise/


Climate Clinic

Der Verein Climate Clinic ist eine studentische Rechtsberatung, die NGOs und Aktivist*innen beim Thema Klimapolitik juristisch unterstützt. Ziel der Initiative ist es, das Wissensgefälle zwischen jungen Menschen und Politiker*innen auszugleichen und das Recht nicht als Hemmnis, sondern als wirksames Instrument für mehr Klimaschutz zu begreifen. Mit Webinaren, Videos und Beiträgen in sozialen Medien will der Verein vielen Menschen juristisches Handwerkszeug und Argumentationsmuster zugänglich machen. Außerdem prüft Climate Clinic die Forderungen von Klima-Aktivist*innen auf rechtliche Machbarkeit, erstellt Hintergrundrecherchen für NGOs und mischt sich in Fachdiskussionen ein.
Starthilfe-Förderung: 5.346 Euro
www.climateclinic.de


Unsere Vernetzung gegen eure Morde

Jeden dritten Tag starb 2019 in Deutschland eine Frau durch die Hände ihres (Ex-)Partners. Weltweit werden Frauen in ihren Familien, in der Partnerschaft, in Kriegen und Genoziden auf Grund ihres Geschlechts getötet. Betroffen sind Frauen, bei denen zugewiesenes Körpergeschlecht und Geschlechtsidentität zusammenfallen und Trans-Frauen. Die Begriffe Femizid und Feminizid geben dem strukturellen Morden einen Namen. Das Netzwerk gegen Feminizide in Berlin und die Frauenbegegnungsstätte Utamara wollen mit der Kampagne Gruppen im deutschsprachigen Raum vernetzen. Bei Treffen und Workshops sollen Kontakte geknüpft und Diskussionen weitergetragen werden. Außerdem soll ein gemeinsamer Leitfaden für Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit und den Umgang mit Angehörigen erarbeitet werden.
Starthilfe-Förderung: 10.000 Euro

netzwerkgegenfeminizide.tk
utamara.org


Rise up for Justice

Die Jugendinitiative aus Nordrhein-Westfalen setzt sich gegen Rassismus und Diskriminierung ein. Die Gruppe will Jugendliche aus prekären Stadtteilen mobilisieren und setzt dafür auf Musikveranstaltungen, Begegnungsfeste, kostenlose Rap-Workshops und Kundgebungen. „Rise up for Justice“ wird von jungen Menschen mit und ohne Rassismus-Erfahrung getragen und will anderen Jugendlichen ermöglichen, ihr Engagement zu entfalten. Langfristiges Ziel ist es, ein Begegnungszentrum für Menschen mit und ohne Rassismus-Erfahrung zu schaffen.
Starthilfe-Förderung: 8.050 Euro
Facebook-Seite von "Rise Up for Justice"


Fahrplan Verkehrswende

Der Verein „Einfach einsteigen“ will mit der Kampagne ein Verkehrswende-Gesetz in Bremen durchsetzen und damit ein Vorbild für ähnliche Gesetze in ganz Deutschland schaffen. Das Gesetz soll Rad- und Fußverkehr und öffentlichen Nahverkehr in Bremen stärken, den Autoverkehr einschränken und so eine klima- und lebensfreundliche Mobilität für alle ermöglichen. Mit Aktionen, Lobbyarbeit und einem Bürgerantrag will der Verein im Bündnis mit anderen Druck auf die Bremer Politik machen.
Kampagnenförderung: 15.000 Euro
https://einsteigen.jetzt/

Sichtbar und selbstbestimmt

Die Initiative ist eine Gruppe von Menschen aus Leipzig, die selbst sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung erfahren mussten. Die Gruppe will Betroffene bei der Selbstorganisation unterstützen, Aktionen durchführen und so das Thema als gesellschaftliches Problem sichtbarer und besprechbarer machen. „Sichtbar und selbstbestimmt“ will die Betroffenen-Perspektiven in Debatten einbringen, auf die strukturellen Gründe für sexualisierte Gewalt hinweisen und verhindern, dass Vergewaltigungen weiterhin als tragische Einzelfälle diskutiert werden. Dazu will sich die Gruppe festigen, weitere Aktionsgruppen im Umland gründen und mit Podcast, Aktionen, Workshops und Vorträgen an die Öffentlichkeit gehen.
Starthilfe-Förderung. 7.200 Euro
https://www.sichtbarundselbstbestimmt.org/

 


Barnim für alle

Die Gruppe aus dem ostdeutschen Landkreis Barnim engagiert sich gegen Rassismus und für die Rechte von Geflüchteten. Die Initiative besteht aus geflüchteten BIPoc und wenigen weißen Menschen. Der Begriff BIPoc steht für Black, Indigenous und People of Colour, das heißt Schwarze Menschen, Indigene Menschen und Menschen mit Rassismuserfahrungen, die nicht als weiß, deutsch, westlich wahrgenommen werden. Die Initiative unterstützt Geflüchtete vor Ort bei der Selbstorganisation, trägt ihre Perspektive in die Öffentlichkeit, macht Druck bei Konflikten mit Ausländerbehörde und Sozialamt und versucht Abschiebungen aus dem Landkreis zu verhindern. Dazu organisiert „Barnim für alle“ Treffen und Workshops in den Übergangswohnheimen, bietet Beratung an und veranstaltet Demos. Die Gruppe will damit Leuchtturm-Projekt sein und überregional wirken, vor allem für den ostdeutschen ländlichen Raum. Die Bewegungsstiftung unterstützt diese Arbeit bis 2023 mit einer Basisförderung von insgesamt 65.000 Euro.

http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/

JUMEN

Die Organisation setzt sich für den Schutz der Grund- und Menschenrechte in Deutschland ein und unterstützt Betroffene von Menschenrechtsverletzungen dabei, ihr Recht durchzusetzen – auch vor Gericht. JUMEN arbeitet zu den Rechten von Geflüchteten, zum Thema Gewalt gegen Frauen und zum Recht auf Wohnen. Dabei geht es darum, mit dem Mittel der strategischen Prozessführung über den Einzelfall hinaus strukturelle Veränderungen zu erreichen. Wir haben den Aufbau der Organisation seit 2019 mit einer Basisförderung von 60.000 Euro unterstützt. Nun fördern wir mit einer weiteren Basisförderung von insgesamt 70.000 Euro den weiteren Ausbau des Fundraisings bis 2024.

https://jumen.org/

"Wir wählen"

Bei der Bundestagswahl im September werden die Stimmen von 8,5 Millionen volljährigen Bürger*innen fehlen, obwohl auch sie direkt von dem Ergebnis der Wahl betroffen sind. Sie haben keinen deutschen Pass. Ungleichheit in der Gesellschaft ist der Beginn von Ausgrenzung und Diskriminierung. Und die beginnt vor Ort, in der Kommune. EU-Staatsangehörige sind dort seit 25 Jahren wahlberechtigt, aber 5,3 Millionen sind weiter von der grundlegenden demokratischen Beteiligung – dem Wahlrecht – ausgeschlossen. Das Kampagnen-Netzwerk „Wir wählen“ will das kommunale Wahlrecht für alle Menschen erstreiten, die in Deutschland leben. In 14 von 27 EU-Staaten ist das schon unaufgeregte Praxis. Zur Bundestagswahl im September 2021 will das Bündnis mit symbolischen Wahlen, öffentlichen Aktionen und einer gemeinsamen bundesweiten Online-Wahl auf den derzeitigen Ausschluss einer großen Bevölkerungsgruppe hinweisen und Menschen für gesellschaftliche Partizipation aktivieren.
Förderung: 12.000 Euro
wir-wählen.org/

Syria not safe

Syrien ist nicht sicher – für niemanden! Trotzdem haben die Landes-Innenminister im Dezember 2020 den generellen Abschiebestopp nach Syrien beendet. Das heißt: Bundesländer können wieder Straftäter*innen und so genannte „Gefährder*innen“ in den Folterstaat Syrien abschieben, sobald die Bundesregierung die Voraussetzungen dafür schafft. Die Folge wäre dann, dass Deutschland das verbrecherische Assad-Regime diplomatisch anerkennt und dass bald alle Syrer*innen von Abschiebung bedroht sein könnten, die wegen des Kriegs nach Deutschland geflüchtet sind. Mit einem Appell und Aktionen bei Parteitagen und im Netz wollen die Aktiven erreichen, dass sich Grüne, Linke und SPD im Wahlkampf gegen Abschiebungen nach Syrien positionieren und dies in einer Koalition auch durchsetzen. Wir haben die Kampagne bereits 2019 mit 15.000 Euro gefördert.
Förderung: 10.825 Euro
syria-not-safe.org/

Bahn für alle

Das Bündnis Bahn für alle setzt sich seit 15 Jahren für eine Bahn in öffentlicher Hand ein, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Die Aktiven fordern, dass die Deutsche Bahn demokratisch kontrolliert und gesteuert wird, für eine gute Bahnanbindung aller Menschen im Land sorgt und zu einem leistungsfähigen Akteur für eine Verkehrswende wird, mit der klimaschädlicher Verkehr von der Straße und aus der Luft auf die Schiene verlagert werden kann. Um sich stärker in die Debatte über eine Verkehrswende einmischen zu können, will das bisher rein ehrenamtliche Bündnis eine halbe Stelle schaffen und Aktionsangebote, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. Die Bewegungsstiftung unterstützt diesen Entwicklungsprozess bis 2023 mit insgesamt 70.000 Euro Basisförderung.
www.bahn-fuer-alle.de

Goliathwatch

Der Verein streitet mit seiner Kampagne "Freie Wahlen statt Facebook Manipul@tion" für ein Verbot manipulativer Online-Wahlwerbung. Denn Brexit-Entscheid und Trump-Wahl 2016 haben gezeigt, dass diese intransparente Beeinflussung von Wähler*innen Abstimmungen mitentscheiden kann und dies auch bei der Bundestagswahl 2021 in Deutschland droht. Mit konfrontativen Aktionen will Goliathwatch das Thema in die Öffentlichkeit tragen, Parteien zu Selbstverpflichtungen bewegen und politisch Druck machen, damit das bundesweite Wahlgesetz von TV und Radio auf soziale Medien ausgeweitet und personalisierte Werbung verboten wird.
Förderung: 15.000 Euro
goliathwatch.de

Aktionskreis Strukturwandel Leipziger Land

Was kommt nach der Kohle? Diese Frage bewegt die Menschen im Mitteldeutschen Braunkohlerevier rund um Leipzig. Doch bei den Planungen für den bevorstehenden Wirtschaftsumbau werden die Ortsansässigen kaum gefragt. Der Aktionskreis Strukturwandel Leipziger Land will die Betroffenen mobilisieren, sich in die Pläne einzumischen und für ihre Bedürfnisse und eine gerechte, ökologische und transparente Transformation zu streiten. Dazu will der Aktionskreis über Veranstaltungen und Netzwerkarbeit in der Region Menschen dazu einladen, Visionen für eine lebenswerte Zukunft für alle zu entwickeln und ihre Interessen politisch durchzusetzen.Dabei geht es auch darum, den Frust der Menschen, die sich von der Politik übergangen fühlen, nicht mit populistischer Rhetorik anzuheizen, sondern aus der Ohnmacht ins konstruktive, solidarische Handeln zu kommen.
Starthilfe-Förderung: 8.725 Euro
ak-strukturwandel.de/

 


Migrantifa Berlin

Migrantifa Berlin ist eine politische Initiative von Personen mit Migrationsgeschichte für Personen mit Migrationsgeschichte, die sich nach dem rechtsextremen Terroranschlag in Hanau formiert hat. Seitdem leistet die Gruppe unentgeltlich antirassistische Aufklärungsarbeit aus Betroffenen-Perspektive durch Workshops, Kundgebungen und Demonstrationen. Die Initiative will einen politischen sicheren Raum schaffen, in dem sich Betroffene politisieren und vernetzen können. Außerdem will die Gruppe durch Demos und Online-Medien mehr öffentliches Bewusstsein über die Schnittstellen von Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Klassismus erzeugen.
Eilförderung Starthilfe: 10.000 Euro
migrantifaberlin.wordpress.com


#EndJanjaweed

Die Aktivist*innen-Gruppe „SudanUprising Germany“ will mit der Kampagne erreichen, dass Deutschland und die EU ihre Unterstützung der Janjaweed-Miliz RSF im Sudan beenden. Die RSF-Truppen sind nach der friedlichen Revolution 2019 im Sudan Teil der Regierung geworden, obwohl sie für Völkermord und Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Diese politische Einigung kam auch durch Druck Deutschlands und der EU zustande. Die RSF ist im Sudan für die Grenzkontrolle zuständig, geht rücksichtslos gegen Migrant*innen vor und finanziert sich unter anderem aus Geldern, die die EU dem Sudan bezahlt, um Migrant*innen auf dem Weg nach Europa zu stoppen. Mit Aufklärung, Protest und Lobbyarbeit wollen die Aktiven erreichen, dass Deutschland und die EU ihre Unterstützung für die Migrationskontrolle im Sudan und am Horn von Afrika und damit auch ihre Komplizenschaft mit den Janjaweed-Milizen aufgeben.
Kampagnenförderung: 10.000 Euro
www.sudanuprising.com

Seebrücke

Die Seebrücke-Bewegung fordert eine Ende der Repression gegen die zivile Seenotrettung und sieht sich als Gegenpol zu dem massiven Rechtsruck der letzten Jahre. Statt Abschottung fordert sie ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen und mobilisiert viele Menschen zum Protest.  Die Seebrücke ist Teil einer größeren antirassistischen Bewegung und strebt einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Migrationspolitik an. Um dieses langfristige Ziel zu erreichen, wollen die Aktiven den Bewegungsaufbau vorwärts treiben und das Spenden-Fundraising und die Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen. Die Bewegungsstiftung unterstützt diesen Entwicklungsschritt mit einer Basisförderung in Höhe von 60.000 Euro verteilt über drei Jahre. 2018 hatte die Seebrücke-Bewegung bereits 15.000 Euro Eilförderung erhalten.
https://seebruecke.org/

STAY GROUNDED

STAY GROUNDED ist ein internationales Netzwerk, das sich für eine Begrenzung von Flugverkehr und ein zukunftsfähiges Transportwesen einsetzt. Denn Fliegen ist die klimaschädlichste Art der Fortbewegung. Trotzdem nimmt der Flugverkehr immer mehr zu. Statt Privilegien der Luftfahrt zu streichen, dominieren Illusionen über nachhaltiges Fliegen und Greenwashing die Debatte. Das Netzwerk will politischen Druck für Veränderung aufbauen und vernetzt bestehende Organisationen, hilft Gruppen in Gründung und ermöglicht Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer. Um das Netzwerk zu sichern und auszubauen, wollen die Aktiven die internen Strukturen, Spenden-Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. Die Bewegungsstiftung unterstützt diesen Prozess mit einer Basisförderung in Höhe von 60.000 Euro verteilt über drei Jahre. 2018 hatten wir STAY GROUNDED bereits mit 15.000 Euro Kampagnenförderung unterstützt.
https://stay-grounded.org/

Afrique-Europe-Interact

Afrique-Europe-Interact (AEI) ist ein transnationales Netzwerk, das Geflüchtete und Migrant*innen bei ihrem Kampf für Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte unterstützt. Außerdem setzt es sich für eine gerechte und selbstbestimmte Entwicklung in den jeweiligen Herkunftsländern ein, zum Beispiel, indem es kleinbäuerliche Kämpfe in Mali oder die Demokratiebewegung in Togo unterstützt.
Um den bereits erreichten Organisierungsgrad zwischen afrikanischen und europäischen Aktivist*innen halten und ausbauen zu können, will AEI seine Finanzbuchhaltung und das Fundraising ausbauen und die einzelnen AEI-Projekte mit mehr Geld ausstatten. Die Bewegungsstiftung unterstützt diesen Prozess mit einer Basisförderung in Höhe von rund 60.000 Euro verteilt über drei Jahre. Wir haben AEI bereits 2015 mit einer Kampagnenförderung in Höhe von 8.000 Euro und von 2016 bis 2019 mit einer ersten Basisförderung von 60.000 Euro unterstützt.
https://afrique-europe-interact.net/

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