15. Mit uns kann man Bewegungen anstoßen - über das eigene Leben hinaus

Mit einem Vermächtnis an die Bewegungsstiftung kann man auch nach seinem Tod für Bewegung sorgen. Doch was gilt es beim Thema Testament und Erbschaft zu beachten? Fünf Tipps dazu von Ursel Etzel, Fachanwältin für Erbrecht.

Ursel Etzel ist Fachanwältin für Erbrecht und Stifterin der Bewegungsstiftung. Hier ihre Empfehlungen:

1. Bestimmen Sie selbst, was mit Ihrem Nachlass geschieht.
In Deutschland regelt die gesetzliche Erbfolge, wer erbt. Dabei werden zuerst die nächsten Angehörigen berücksichtigt. Gibt es keine Angehörigen und liegt kein Testament vor, erbt automatisch der Staat. Das ist nicht in Ihrem Sinne? Dann verfassen Sie ein Testament. Damit bestimmen Sie selbst, wer welchen Anteil von Ihrem Nachlass erhält. Mit einem Testament können Sie auch FreundInnen, nicht-eingetragene LebenspartnerInnen oder eine Organisation, die Sie unterstützen wollen, begünstigen.

2. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Testament gefunden wird.

Sie können Ihr Testament handschriftlich oder mit Hilfe einer NotarIn aufsetzen. Die NotarIn sorgt dafür, dass Ihr Testament beim zuständigen Amtsgericht gegen Gebühr verwahrt wird. Wenn Sie Ihr Testament ohne notarielle Hilfe handschriftlich aufsetzen, können Sie es auch selbst kostengünstig beim Amtsgericht hinterlegen. So ist sichergestellt, dass Ihr letzter Wille berücksichtigt wird und das Testament nicht verloren geht. Übrigens: Eine NotarIn zu beauftragen, lohnt sich vor allem bei komplizierten oder umfangreichen Nachlässen oder wenn es Zweifel an der Unterschrift oder der Geschäftsfähigkeit der Testamentsverfassenden gibt.

3. Regeln Sie Ihren Nachlass so einfach und klar wie möglich und konzentrieren Sie sich auf das Positive.

Ein Vermächtnis soll den Hinterbliebenen etwas Gutes tun und nicht für unschöne Überraschungen sorgen. Deshalb strukturieren Sie Ihr Vermögen so, dass es einsatzfähig ist und trennen Sie das Finanzielle von dem Emotionalen. Das Testament ist kein Ort, um alte Rechnungen zu begleichen und in langen Ausführungen Ihre Entscheidungen zu erklären. Viel Streit entsteht, wenn Angehörige bei der Testamentseröffnung aus allen Wolken fallen oder leer ausgehen. Wenn das persönliche Verhältnis es zulässt, sprechen Sie vorab mit den Menschen, die Sie begünstigen wollen. (Siehe dazu auch den nächsten Tipp.)

4. Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse der Nachlass-EmpfängerInnen.
Es ist nicht einfach, über Themen wie Erbschaft und Tod zu sprechen. Sie können heftige Emotionen auslösen – bei Ihnen selbst, aber auch bei Ihren Lieben. Doch wenn Sie das Gefühl haben, dass ein Gespräch darüber möglich ist, dann führen Sie es. Sprechen Sie mit Angehörigen und PartnerIn über Erwartungen, Sorgen und Wünsche und darüber, was der jeweiligen Seite wichtig ist. So können Sie Wünsche im Testament entsprechend berücksichtigen.
Es kann auch sinnvoll sein, Organisationen, denen Sie etwas hinterlassen möchten, vorab zu informieren – vor allem, wenn es sich um Sachwerte wie Immobilien handelt. Andernfalls kann es sein, dass eine Organisation das Vermächtnis eines Hauses mit lebenslangen Wohnrecht für einzelne Personen ausschlägt, weil sie es nicht verkaufen kann und der Verwaltungsaufwand zu groß wäre. Wenn Sie Sorge haben, nach einer solchen Information mit Spendenanfragen belagert zu werden, sollten Sie das gegenüber der Organisation ansprechen und vereinbaren, dass diese nicht unaufgefordert Kontakt mit Ihnen aufnimmt.

5. Lassen Sie sich von Ihren Wünschen leiten, nicht vom Steuerrecht.
Wenn Sie Ihren Nachlass ordnen, ist es sinnvoll, auch die steuerlichen Konsequenzen zu bedenken. Vermächtnisse und Erbschaften an gemeinnützige Organisationen wie die Bewegungsstiftung
sind zum Beispiel von der Erbschaftssteuer befreit. Sie  kommen damit immer vollständig dem guten Zweck zugute.
Doch lassen Sie sich beim Verfassen eines Testaments nicht vom Steuerrecht lenken, sondern von Ihren Wünschen. Die zentralen Fragen dabei lauten: Was soll mit meinem Lebenswerk geschehen? Welche Menschen, Ziele und Ideale sind mir wichtig? Wie kann ich sie auch nach meinem Lebensende unterstützen? Steuern werden immer mal wieder geändert – Ihr Wille aber bleibt erhalten.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in der Erbschaftsbroschüre der Bewegungsstiftung, die Sie hier bestellen können: https://www.bewegungsstiftung.de/vermaechtnis.html

Veröffentlicht am: 05.03.2017 09:05


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Die restlichen guten Gründe veröffentlichen wir im Wochentakt bis Ende Juni.