Pfad:

BewegungsstiftungFörderungErfolge : 10 Jahre Big Brother Awards

10 Jahre BigBrotherAwards

Der FoeBuD verleiht den Negativ-Preis für Datensünder

Oscar für Datenkraken - in diesem Jahr durften sich unter anderem die Mähdrescher-Firma Claas, Ursula von der Leyen und das Organisationsteam der Leichtathletik-WM darüber ärgern. FOTO: Matthias Hornung

Wolfgang Schäuble hat ihn und die Deutsche Telekom, Ursula von der Leyen hat ihn und die Metro AG - ihnen allen und vielen anderen hat der Datenschutzverein FoeBuD schon den BigBrotherAward verliehen. Mit diesem Negativ-Preis zeichnet der FoeBuD jedes Jahr Firmen, Politiker und Institutionen aus, die für Datenschutzvergehen, für Überwachungsgesetze und uferlose Datensammlungen verantwortlich sind.

In diesem Jahr wurde der »Oscar für Datenkraken« zum zehnten Mal vergeben. Die festliche Gala in Bielefeld war ausverkauft, 300 Besucher kamen zur Veranstaltung, rund 1000 Menschen verfolgten die Preisverleihung im Live-Stream via Internet. Der ehemalige Innenminister Gerhart Baum schickte ein Grußwort. TV, Radio und Medien von der Bildzeitung bis zu Spiegel Online berichteten.

Diese Resonanz zeigt, welche Aufmerksamkeit dem Thema Datenschutz und Bürgerrechte mittlerweile entgegengebracht wird. Und das ist auch ein Verdienst des FoeBuD, der im April 2008 mit der Theodor-Heuss-Medaille für sein außerordentliches Engagement für Bügerrechte ausgezeichnet wurde. Denn mit dem BigBrotherAward macht der FoeBuD öffentlich, wer für Datenklau und Überwachung verantwortlich ist. Die BigBrotherAwards machten Rabattkarten, Scoring, Mautkameras, Farbkopierer und Handyüberwachung als Gefahr für Bürgerrechte und Privatsphäre bekannt. Sie warnten schon früh vor der Gesundheitskarte und der Vorratsdatenspeicherung und kritisierten Ausländerzentralregister, Lauschangriff und Anti-Terrror-Gesetze.

Und manchmal wurden durch den BigBrotherAward sogar handfeste Skandale aufgedeckt. 2003 erhielt die Metro AG den Preis für einen Freilandversuch mit RFID-Funkchips auf den Waren in einem ihrer Supermärkte. Diese winzigen Chips mit Antenne enthalten Informationen über das Produkt und eine eindeutige Seriennummer und können per Funk ausgelesen werden, ohne dass die Kunden etwas davon merken. Wenig später deckte das FoeBuD auf, dass der Konzern die Schnüffelchips auch in seinen Payback Karten versteckt hatte - ohne Wissen der Kunden. Der Fall ging durch die Presse und Metro musste die verwanzte Karte zurückziehen.

Neben dieser Aufklärungsarbeit macht der FoeBuD auch Druck auf die Politik. Zusammen mit anderen Organisationen hat er seit Jahren unter dem Motto »Freiheit statt Angst« Großdemos gegen Überwachung in Berlin auf die Beine gestellt. Er hat sich mit einem Forderungskatalog für Bürgerrechte in die Koalitionsgespräche eingemischt. Und er treibt die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung mit voran. Für seine Arbeit ist der FoeBuD weiterhin auf Spenden angewiesen - um sich auch in Zukunft für eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter engagieren zu können.

Mehr Informationen unter
www.foebud.org
www.bigbrotherawards.de




Creative Commons Lizenz

Dieser Text ist zu den Bedingungen einer Creative Commons-Lizenz freigegeben.


Termine

Alle Termine  :  iCal


Aktuelles