Newsletter der Bewegungsstiftung, 6/2011, Juli 2011
Liebe Leserin, lieber Leser,
Was ist Erfolg? Wie lässt er sich messen? Welche Tipps können wir
einander geben? Über diese Fragen haben Mitte Juni Aktive aus
verschiedenen Protestbewegungen auf unserer Tagung "Vom Scheitern und
Gelingen sozialer Bewegungen" in Frankfurt diskutiert. Mehr zu den
Inhalten und dem Verlauf der Tagung lesen Sie in diesem Newsletter.
Außerdem stellen wir Ihnen unsere neuen Förderprojekte vor und geben
Hinweise, wie Sie selbst aktiv werden können für Flüchtlingsrechte und
alternatives Wirtschaften.
Viel Erfolg dabei und einen schönen Sommer wünscht
Wiebke Johanning
für das Team der Bewegungsstiftung
1. 140 Aktive diskutieren auf Bewegungstagung
2. Wir haben sechs neue Förderprojekte
3. Stifter berichtet im MDR über seinen Umgang mit dem Erbe
4. Bewegungsarbeiter besucht Flüchtlingscamp in Tunesien
5. Wie geht es weiter mit Hess Natur?
1. 140 Aktive diskutieren auf Bewegungstagung
140 Aktive haben Mitte Juni an unserer Tagung "Vom Scheitern und
Gelingen sozialer Bewegungen“ in Frankfurt teilgenommen. Dabei war das
Themenspektrum der Tagung breit gefächert: Was hat der Protest gegen
Stuttgart 21 gebracht? Wie lässt sich der Widerstand gegen Neonazis
organisieren? Was können wir mit Zivilem Ungehorsam erreichen? Das waren
einige der Fragen, die auf der Tagung diskutiert wurden. Wer die
Veranstaltung verpasst hat, kann sich eine erste Sammlung von Videos,
Fotos und Präsentationen der Arbeitsgruppen auf der Tagungswebsite
anschauen. Weitere Videos folgen in den nächsten Wochen:
http://www.bewegungstagung.de/index.php?id=10312
2. Wir haben sechs neue Förderprojekte
Demokratie, Menschenrechte, solidarisches Wirtschaften und Finanzpolitik
- das sind die Themen, mit denen sich unsere neuen Förderprojekte
beschäftigen.
* Der Verein "Mehr Demokratie Schleswig-Holstein" engagiert sich für
mehr Mitspracherechte von BürgerInnen.
* Die Kampagne "Betriebe in Belegschaftshand" will den Öko-Textilversand
Hess Natur zu einem Beispiel solidarischen Wirtschaftens machen.
* Die Kampagne "Stop Genitalverstümmlung in Kinderkliniken!" kämpft für
die körperliche Unversehrtheit von Intersexuellen.
* Attac will mit einer Bankenwechsel-Kampagne den Protest gegen das
ungerechte Finanzsystem mobilisieren.
* Die Kampagne "Alle bleiben!" engagiert sich für ein Bleiberecht von
Roma-Flüchtlingen.
* Die Stiftung bridge unterstützt die Kampagne "Netzneutralität geht
alle an!", die sich für das Prinzip der Gleichbehandlung von Daten im
Internet einsetzt.
Mehr Infos zu den neuen Förderprojekten:
http://www.bewegungsstiftung.de/aktuellefoerderung.html
http://www.stiftung-bridge.de/foerderung2011.html
3. Stifter berichtet im MDR über seinen Umgang mit dem Erbe
Angenommen, Sie würden ein Millionenvermögen erben - was würden Sie
damit machen? Es für persönliche Wünsche ausgeben? Das Geld anlegen?
Oder es für eine gerechtere, friedlichere und ökologischere Welt
einsetzen? Letzteres hat unser Stifter Dieter Lehmkuhl mit einem Teil
seines Erbes gemacht. Außerdem fordert er zusammen mit anderen die
Einführung einer Vermögensabgabe, damit sich die Kluft zwischen Arm und
Reich nicht weiter vertieft. In einem Beitrag der MDR-Sendung "Nah dran"
vom 30.6. berichtet er über seinen Umgang mit dem Erbe und sein
politisches Engagement.
Hier können Sie die gesamte Sendung anschauen. Der Beitrag beginnt ab
Minute 11.24
http://bit.ly/q0Z0KL
4. Bewegungsarbeiter besucht Flüchtlingscamp in Tunesien
Unser Bewegungsarbeiter Hagen Kopp ist zusammen mit anderen
FlüchtlingsaktivistInnen vor einigen Wochen nach Tunesien gereist und
hat das Flüchtlingslager Choucha an der tunesisch-libyschen Grenze
besucht. 4.000 Menschen sind dort unter unerträglichen Bedingungen
untergebracht. Sie alle konnten dem eskalierenden Bürgerkrieg in Libyen
entkommen. Viele waren als ArbeitsmigrantInnen beschäftigt, andere
hatten Zuflucht vor den Kriegs- und Krisenzonen im südlichen Afrika
gesucht. Sie alle hoffen auf eine Aufnahme durch die europäischen
Staaten. Bisher vergeblich. Vielmehr wird die europäische
Grenzschutzagentur Frontex verstärkt in Stellung gebracht.
Flüchtlingsorganisationen und Menschenrechtsinitiativen fordern, die
bisherige Abschottungspolitik zu beenden und die Flüchtlinge
aufzunehmen. Hier können Sie den Choucha-Appell unterzeichnen und ein
Video aus dem Lager anschauen:
http://bit.ly/nEDoPO
Wenn Sie die Arbeit von Hagen Kopp oder die der anderen
BewegungsarbeiterInnen unterstützen möchten, werden Sie Patin oder Pate!
Hier der Link zum Online-Formular:
http://www.bewegungsstiftung.de/patenschaften.html
5. Wie geht es weiter mit Hess Natur?
Die Zukunft des Öko-Textilversands Hess Natur ist weiter ungewiss. Wird
das Vorzeigeunternehmen an einen Finanzinvestor verkauft, der lediglich
an Rendite interessiert ist? Oder geht der Zuschlag an die
Genossenschaft hnGeno, die sich für den Erhalt der Arbeitsplätze, faire
Arbeitsbedingungen und faire Geschäftsbeziehungen einsetzt? Für das
Genossenschaftsmodell engagiert sich auch unser neues Förderprojekt
"Betriebe in Belegschaftshand". Obwohl die hnGeno ein konkurrenzfähiges
Angebot gemacht hat, hat ihr der bisherige Eigentümer von Hess Natur vor
einigen Wochen eine Absage erteilt. Kurz darauf hat er den
Verkaufsprozess allerdings ausgesetzt, weil alle interessierten
Finanzinvestoren abgesprungen waren. Die hnGeno ist weiterhin an einem
Kauf interessiert und will zurück an den Verhandlungstisch. Gerade in
dieser Situation ist es wichtig, die Verhandlungsposition der
Genossenschaft zu stärken. Helfen Sie mit! Hier können Sie
Mitgliedsanteile zeichnen. Auch die Bewegungsstiftung ist bereits
Genossenschaftsmitglied.
http://www.hngeno.de/mitglied-werden/
Wie Sie uns unterstützen können:
Wir wollen die Bewegungsstiftung bekannter machen. Bitte leiten Sie
diesen Rundbrief an Freundinnen und Freunde weiter, die an unserer
Stiftungsidee interessiert sein könnten.
Wenn Sie sich aus dieser Liste austragen wollen, dann senden Sie uns
bitte eine Mail an info@bewegungsstiftung.de
Verantwortlich für alle Inhalte des Newsletters: Wiebke Johanning
Rechtlicher Hinweis: Für den Inhalt von Websites, auf die in diesem
Newsletter hingewiesen wird, ist die Bewegungsstiftung nicht
verantwortlich.



