Die Bewegungsstiftung: Anstöße für soziale Bewegungen
Die Idee der Bewegungsstiftung entwickelten Menschen, die selbst viele Jahre in sozialen Bewegungen aktiv waren. Immer wieder mussten sie erleben, wie stark der Erfolg politischer Aktionen von der Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel abhängt. Als Mitglieder der »Generation der Erben« wollten sie deshalb Teile ihres Vermögens einsetzen, um soziale Bewegungen zu fördern und gesellschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten. Am 2. März 2002 wurde die Bewegungsstiftung von neun StifterInnen in Berlin gegründet. Über die Jahre sind mittlerweile über 90 weitere StifterInnen hinzugekommen. Einige von ihnen kommen in unserem Film zu Wort.
Soziale Bewegungen sind mächtige Motoren gesellschaftlichen Wandels. Ihnen verdanken wir nicht nur die weitgehende Abschaffung der Sklaverei und die fortschreitende Durchsetzung der Demokratie, sondern sie erstritten auch Fortschritte beim Umweltschutz, die Verankerung sozialer Rechte sowie die zumindest formale Gleichstellung der Geschlechter. Doch immer wieder scheitern Bewegungen auch. Mit Zuschüssen und Beratung hilft ihnen die Bewegungsstiftung, ihr Potential voll auszuschöpfen. Denn nur mit einer soliden finanziellen Basis und organisatorischem Know-How ist es möglich, Aktionen und Kampagnen erfolgreich zu planen, zu organisieren und durchzuführen.
Wer sich für das Profil einer Stiftung interessiert, fragt zuerst, welche Projekte gefördert werden. Nur wenige wollen wissen, wie die auszuschüttenden Erträge erwirtschaftet wurden. Dabei sollte alles Handeln einer Stiftung ihrem Zweck dienen. Deshalb ist die Art und Weise, wie eine Stiftung ihr Vermögen verwaltet ebenso bedeutsam wie ihre Fördertätigkeit. Die Bewegungsstiftung legt ihr Vermögen nach ethisch-nachhaltigen Kriterien an.
Immer mehr Menschen verfügen über Vermögen, deren Höhe weit über ihre eigenen Bedürfnisse hinausgeht. Viele spenden oder stiften für gute Zwecke und versuchen damit, den Rückzug des Staates aus seiner sozialen Verantwortung auszugleichen. Die Bewegungsstiftung verfolgt eine andere Strategie: Sie will die Ursachen gesellschaftlicher und politischer Probleme bekämpfen, nicht nur die Symptome lindern. Damit denkt sie die Idee einer Hilfe zur Selbsthilfe konsequent weiter. Denn diese ist zum Scheitern verurteilt, wenn die ökonomischen, rechtlichen oder politischen Rahmenbedingungen einer Gesellschaft grundlegend ungerecht sind. Dort setzt die Bewegungsstiftung an.
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