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Gorleben: Renaissance der Anti-Atom-Bewegung

16.000 Menschen protestieren gegen den Castor-Transport

Bewegungsarbeiter Jochen Stay war als Sprecher von »X-tausendmal quer« im Einsatz.

Der Skandal um das Atommüll-Lager Asse und die Diskussion um Laufzeitverlängerungen hat die Anti-AKW-Bewegung reaktiviert. Gegen den Castor-Transport nach Gorleben demonstrierten so viele Menschen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Mittendrin einige über die Stiftung geförderte BewegungsarbeiterInnen.

16.000 Menschen demonstrierten am 8. November 2008 in Gorleben gegen den Castor-Transport ins dortige Zwischenlager und für einen Atomausstieg, der diesen Namen wirklich verdient. Das war eine der größten Demonstration, die Gorleben je gesehen hat. Der Massenprotest war nur der Auftakt zu weiteren Aktionen, die den Atommüll-Transport von Frankreich in die Gorlebener Zwischenlagerhalle um insgesamt 20 Stunden verzögerten, trotz 18.000 eingesetzter PolizeibeamtInnen.

Der Streit um die Atomkraft und die ungelöste Atommüll-Entsorgung ist plötzlich wieder Thema. Tagelang waren die Proteste im Wendland auf den Titelseiten der Tageszeitungen und Meldung Nummer eins in den Fernsehnachrichten. Die Offensive der Stromkonzerne, die mit großem Aufwand versuchen, die Stilllegung von Atomkraftwerken zu verhindern, treibt auch diejenigen wieder auf die Straße, die bisher auf den versprochenen Atomausstieg vertraut haben.

Mittendrin im wendländischen Protestgeschehen waren auch vier über die Bewegungsstiftung geförderte BewegungsarbeiterInnen: Cécile Lecomte wurde bei einer Kletteraktion von Robin Wood von der Polizei vorbeugend in Gewahrsam genommen und erst nach dreieinhalb Tagen wieder freigelassen. Holger Isabelle Jänicke unterstützte die BlockiererInnen vor dem Zwischenlager Gorleben mit seinem juristischen Fachwissen. Jochen Stay konnte als Pressesprecher von »X-tausendmal quer« in unzähligen Interviews vermitteln, worum es der neu erwachten Anti-Atom-Bewegung geht. Effektiv im Hintergrund arbeitete Jutta Sundermann im Presseteam von »X-tausendmal quer«, um für guten Informationsfluss zu den zahlreichen Journalistinnen zu sorgen, die vom Castor-Protest berichteten.

Gorleben zeigt: Erfahrene VollzeitaktivistInnen können ein wesentliches Rückgrat für erfolgreichen Protest bilden.

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