Biopiraten ausgebremst
Cupuaçu darf wieder beim Namen genannt werden - das Patent wurde abgelehnt
Im Jahr 2003 machte ein brasilianischer Aktivist die BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie auf den Skandal aufmerksam: Die Tropenfrucht Cupuaçu, in Brasilien bekannt und wegen ihrer vielfältigen Nutzbarkeit geschätzt, war Gegenstand eines doppelten Biopiraten-Angriffs geworden: Der Name gehörte als eingetragene Marke plötzlich einem japanischen Unternehmen, das zudem einen Patentantrag auf die Nutzung der Fruchtkerne gestellt hatte.
In Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Kleinbauern, Früchtesammlern und Familienbetrieben aus der Amazonasregion startete die BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie die Protestaktion »Naschen gegen Biopiraterie«. Beim Kirchentag in Berlin, über die Presse und direkte Kontakte wurden schnell mehrere Dutzend Weltläden als Partner gewonnen. Sie verkauften »illegalerweise« Cupuaçu-Pralinen unter dem richtigen Namen. Politische Information gab es gratis dazu.
Die Mischung kam gut an. Über 5.000 Unterschriften bekräftigten schließlich die Einwendung gegen den Patentantrag: Die »Erfindung« der schokoladeähnlichen Cupulate ist ein klarer Fall von Biopiraterie, denn das Verfahren ist seit langem in Brasilien bekannt. Zur Übergabe beim Europäischen Patentamt in München reiste ein brasilianischer Aktivist samt riesigem Transparent an, dass auch schon in Brasilien den Protest unterstrichen hatte.
Im Sommer 2005 konnten dann endlich alle Beteiligten ausgiebig feiern: Das Europäische Markenamt löschte die Marken-Eintragung des Namens »Cupuaçu«. Zudem erklärte das Europäische Patentamt die Patentanmeldung auf die Verarbeitung der Fruchtkerne der Cupuaçu zu schokoladeähnlicher Cupulate für hinfällig.
Das Kapitel »Biopiraterie an Cupuaçu« ist abgeschlossen und macht Mut - der Streit gegen die Privatisierung genetischer Ressourcen und einheimischen Wissens geht weiter.
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