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Mit Kultur und Protest für die Rechte von Flüchtlingen

Die Karawane kämpft gegen Abschiebungen und bringt Menschen zusammen

Bringt Protest und Kultur zusammen: Die Karawane organisiert Veranstaltungen wie das Kulturdinner, wo Musiker wie Sibafo aus Kamerun auftreten. Foto: Lina Sulzbacher

Sibafo schließt die Augen. Ganz leise zupft er an den Saiten der Betuk, einer Art Gitarre aus Kamerun. Auf Englisch beginnt er zu singen. Von seinen Landsleuten in Kamerun und den Bedingungen in seinem Heimatland. Von den vielen Flüchtlingen, die versuchen nach Europa zu kommen und dabei oft ihren Tod finden. Er singt lauter, als er die Zuschauer auffordert, diesen Menschen zu helfen. Sie nicht ihrem Schicksal zu überlassen. Auch wenn ihre Stimme oft nicht zu hören ist.

Während seine Zuhörer noch klatschen, tragen andere große Töpfe herein. Es duftet nach Kardamon, Safran und Chili, frischen Auberginen und Kichererbsen. Es ist Kulturdiner in Bremen und die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen tischt auf.

Seit 2002 erfreut sich die Idee der Initiative, kulinarische Spezialitäten und politische Informationen zusammen zu bringen, immer größerer Beliebtheit. Doch kulturelle Abende wie das Kulturdiner sind nur ein kleiner Teil der Aktivitäten der Karawane – seit zwölf Jahren setzt sie sich aktiv für die Rechte von Flüchtlingen ein. So hat auch Sibafo eine große Chance, dass sein Appell bei den Gästen Gehör findet.

Die Karawane in Bremen bei einer Demonstration gegen Abschiebung. Foto: Markus Saxinger

Das erste Mal trat die Karawane 1998 in Erscheinung. Damals formierten sich AntirassistInnen und MigrantInnenorganisationen wie »kein Mensch ist illegal« und zogen als Karawane der Flüchtlinge und MigrantInnen durch über 40 deutsche Städte. Vor der Bundestagswahl wollte man auf die prekäre Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen Nach der Tour durch Deutschland gründeten sich mehrere Ortsgruppen, die bis heute bestehen – so auch die Gruppe in Bremen.

Heute fungiert die Karawane als ein bundesweites Netzwerk, das sich aus Einzelpersonen und verschiedenen Organisationen zusammensetzt.Dabei sind die Aussagen »Asylrecht ist Menschenrecht und kein Privileg« und »Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört« die Basis der politischen Arbeit.Die Karawane setzt sich also nicht nur für eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik in Deutschland ein, sondern versucht auch, die schwierigen politischen Bedingungen in den Heimatländern ihrer MitstreiterInnen bekannter zu machen und zu ändern. Die Karawane in Bremen arbeitet zum Beispiel mit der Frauenrechtsorganisation »8mars« zusammen, die für die Rechte der Frauen im Iran streitet. Durch vielfältige Protestaktionen konnten schon einige Erfolge erreicht werden, zum Beispiel Abschiebungen verhindert und Menschen vor drohender Verfolgung und Verhaftung bewahrt werden.

Ein für den 4. bis 6. Juni 2010 geplantes Großereignis der Karawane ist ein Open-Air-Festival in Jena, das in Gedenken an die Opfer der europäischen Flüchtlingspolitik stattfinden soll. Dort wird es neben Theater, Musik, Tanz und Kunst afrikanische Maskenparaden geben. Wie beim Diner in Bremen zeigt die Karawane mit diesem Festival die Vielfalt der Kulturen unserer Welt – und wie wichtig es ist, für das Wohl aller Menschen weltweit einzutreten.


 

 

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